Sonntag, 18. Juli 2021

Park Branitz


Während Park Muskau mit imposanten Blickachsen beeindruckt glänzt Branitz durch seine Anlagen: Erbschloss, Pyramiden, Lustgarten ("Pleasureground") und Rosentreppen.



Das Erbschloss


Sichtachse aufs Erbschloss







Die Wasserpyramide: Grab von Fürst und Fürstin Pückler

Die Landpyramide


Sichtachse auf die Landpyramide


In dieser idyllischen kleinen Sichtachse erscheint jenseits des Brückchens dieses schöne Gebäude:

Madonna Figur im Giebel des Esel-Stalles

Auf diesem schönen Gebäude thront nicht nur das Christuskreuz, auch die Mutter Gottes mit dem Christuskind auf den Arm ziert den Giebel. Regelmäßig läutete die Glocke um die Bewohner dieser Esel-Stallung von der Weide zurück in den Stall zu rufen.

Die christlichen Mitmenschen waren über diesen Humor von Fürstin Lucie Pückler nicht unbedingt amüsiert. 

Fürst Hermann Pückler richtete sich beim Schloss in den beschatteten Laubengängen einen "Pleasureground" ein. Er selbst nutzte diesen Anglizismus "Pleasureground" um den Lustgarten zu umschreiben. Das Plaisier des Fürsten war in dieser Kreativphase auch von Bronzefiguren geprägt, deren binäre Geschlechtszuordnung, trotz Peniserscheinung, Spielraum zu ließ. Ob cis, androgyn, trans* oder nicht-binär: Kein Mensch ist genital!













Braunkohle Dysfunktion vs. Windkraft Erektion






Alles was man hier sieht,  war einst ein Dorf und ein Gutshof. 400 Menschen einfach enteignet und umgesiedelt. Geblieben ist nur zur Erinnerung ein wiederaufgebautes Gutstor...

 

Das Optimistischste von Forst (Lausitz) ist dieser Schlagballspieler

Das Optimistischste von Forst (Lausitz) ist dieser Schlagballspieler










Krieg und wirtschaftlicher Niedergang haben tiefe Wunden gerissen, die immer noch zu sehen sind. Fabriken und Villen sind verfallene Ruinen mitten in der Stadt. Weder DDR noch BRD hatten Geld, Zeit und Interesse daraus was zu machen. Östlich der Neiße wurden ganze Stadtviertel nach dem Zweiten Weltkrieg dem Erdboden gleichgemacht. Die neuen Besitzer des Ostufers wollten unmissverständlich klar machen: das Ostufer ist nicht mehr Teil von Forst und auch nicht mehr nazi-deutsch. Nur noch die Brückenruinen erinnern an Schuld, Krieg und Verlust.















Samstag, 17. Juli 2021

Neiße-Radweg

Nach dem feucht-fröhlichen Abend gestern wurde es heute feucht-trüb. Mit leichtem Nieselregen verabschiedeten wir uns vom Schlosspark und entgingen dem ersten größeren Schauer in einem Wartehäuschen. Dann ging es durch hübsche Dörfer und Wiesen an der Neiße entlang, die Sonne kam heraus und brachte dampfende Schwüle.

Der Ziegenhof in Pusack versorgte uns mit leckerem Käse, den wir mit Blick auf die Neiße genießen konnten.


Hier gab's sogar einen Eisvogel!



Doch schon kam der nächste Schauer, da flüchteten wir uns noch auf einen Kaffee zur Frau, die spinnt. Also richtig. Mit Rad. Und eigener Wolle.

Kaum saßen wir wieder auf dem Sattel, wurde es nass. So richtig nass. So bis-auf-die-Unterhose-nass.

Auf den letzten Kilometern klarte es auf, der Wind blies die Wolke Richtung Polen und wir genossen den asphaltierten Weg auf dem Deich.

Die Rohrsänger knarrten im Schilf, Goldammern fragten "Wie wie wie hab ich dich lieb?", Lerchen trällerten und Schwarz- und Rotmilane segelten über uns.

Ein Bussard kackte uns verärgert vor das Rad, als wir ihn von seiner Warte aufscheuchten. Wäre das Grollen in der Ferne und die nassen Klamotten nicht gewesen, wir hätten uns mehr Zeit gelassen.




In Forst bereitete uns das Ehepaar Dörre dann einen warmen Empfang in der Ferienwohnung mit freundlichen Worten, guten Tipps und Quarkspeise im Kühlschrank.   



Das Wahrzeichen von Forst: der Wasserturm. Sonst gibt es kaum noch ältere Gebäude oder Sehenswürdigkeiten in Forst...


Und die Pension Dörre verabschiedete uns mit einem guten Frühstück...