Samstag, 14. März 2026

Martinique, im Smaragdwald

Der Besuch in der Domaine de L'Emeraude führte uns noch einmal in einen karibischen Regenwald mit angeschlossenem botanischen Garten, sehr viel interessanter als der Jardin de Balata. 

Und weil es so schön war und wir noch einmal diese großartige üppige grüne Pracht genießen konnten, gibt es einen eigenen Eintrag und (Warnung!) jede Menge Fotos.



Es gab blühende Bäume...


Regen...
Strelitzien und andere Schönheiten 
Befestigte Wege....
Kunstvolle Anlagen

Und etwas Kunst 


Der botanische Garten zeigte Heil- und Nutzpflanzen 


Und wir sahen alle vier heimischen Kolibris und einige neue Arten!

Martinique - ein letztes Highlight

Martinique bot uns einen tollen Abschluss und hat uns mit den karibischen Eigenwilligkeiten der vergangenen Inseln versöhnt. 
Die Insel ist im Inneren erstaunlich bergig und grün, zwischen den Hügeln und an der Küste finden sich hübsche Dörfer, natürlich auch jede Menfe Strand. Im Gegensatz zu Guadeloupe begegneten uns überall freundliche, offene und zuvorkommende Menschen. 
Auch Häuser und Straßen machten einen viel gepflegten Eindruck. 

Wir lebten in einem ehemaligen Hotelgebäude im Dörfchen Tartane auf der Halbinsel Caravelle, dessen Zimmer in mehrere Eigentumswohnungen aufgeteilt wurden (Les Studios de la Baie). Wir wohnten in dem lustigen Charme von einem super geschmackvollen, effizienten und funktionalen Studio mit hunderten tollen kleinen Details, die den Urlaub lebenswert machten und einer nebenan liegenden Hotel-Ruine.


Unsere Balkon-Aussicht, bei gutem Wetter sah man bis Dominica!

Promenaden-Spaziergang



Mit einfachen Mitteln schöne Deko erzielen!


Eine weitere besuchenswerte Ruine ist das ehemalige Schloss Dubuc mit anliegender Distillerie. Mit einem Audioguide verbrachten wir dort viel Zeit und lernten, wie vor langer Zeit Zuckerrohr gepresst, Zuckerrohrsaft bearbeitet und gereinigt und aus dem fertigen Zucker Rum gebrannt wurde.
Das Schloss 







Zuckerrohrpresse

Warenhaus 

Die Toilettenspülung ist kein Trinkwasser.

Anschließend wanderten wir durch Trockenwald und Mangroven und waren sehr glücklich, die Martinique Weißbrust-Spottdrossel zu sichten. Davon existieren nur 200-400 Exemplare und die leben nur hier, auf dieser Halbinsel!
Der Leuchturm thront über dem Wald 





Überhaupt ist die Presqu'ile de Caravelle ein echter Geheimtipp, dort gibt es Wald, Strand, Felder und ein kleines Dörfchen auf engem Raum. Die Strände sind nicht überfüllt, die Leute nett, das Wasser dank vorgelagerte Riffe flach und ruhig. Und da man auf der Atlantik-Seite ist, weht auch stets ein kleines oder größeres Lüftchen.
Viele andere Dinge auf der Insel funktionierten ebenfalls, zum Beispiel Essen gehen und Service! 


Zwei Mal waren wir im Ylanga essen: das war toll. Okay, es gibt keine deutsche, duale Berufsausbildung zur Gastronomie-Fachkraft, aber alle waren aufmerksam und engagiert. Vor allem engagiert und interessiert an unserem Wohlergehen waren sie!

Sogar die Strandbar war service-orientiert und verkaufte uns nicht irgendwas zum Mitnehmen, sondern teilte robust und klar mit: "Also diese Mahlzeit essen Sie lieber hier, die braucht Zeit! Oder sie nehmen die zwei einfachen Mahlzeiten, die gehen schnell und lassen sich gut einpacken."
An unserem Strandtag hatten wir eine schöne Aussicht auf den Rest der Insel inklusive dem Mont Pelée:


Ganz rechts der Mont Pelée 


Leider wurde der Beachday dann von einem der häufigen Regenschauer beendet. Aber bei 26°C trocknet alles schnell wieder.
Den Mont Pelée hätten wir gerne ganz bestiegen, aber die Zeit reichte nicht. So besuchten wir im Vorgebirge einen schönen Bergregenwald: dem Smaragd-Wald. Dazu gibt es einen eigenen Beitrag.

Die einzige Enttäuschung war der Jardin Balata. Da gab es für viel Geld nur Zierpflanzen wie in vielen Vorgärten zu sehen. 

Im Anschluss besuchten wir die Distillerie Depaz und die Stadt Saint Pierre. Beides wurde beim großen Vulkanausbruch des Mont Pelée 1901 nahezu vollständig zerstört. Die ehemalige Hauptstadt der Insel büßte mit der vollständigen Zerstörung auch den Hauptstadtstatus ein. Neue Hauptstadt wurde Fort-de-France. In Saint Pierre überlebten nur zwei Menschen. Unter anderem ein Gefängnisinsasse, der sich zum Zeitpunkt des Ausbruches in dem kleinsten und tiefsten Loch, in der Isolationsgefangenschaft befand.


Palmen, Meer, Zuckerrohr!


Ich ziehe hier ein!


Gefängnisruinen in St. Pierre 




Auf Wiedersehen Martinique! 



Martinique, Freitag den 13. März, ca. 20:55 Uhr 

Sonntag, 8. März 2026

Reingezwitschert

Der Vogel-Podcast vom NABU.

Diesmal mit einer Einsendung von uns!

Wiedergabe ab 3:17

https://open.spotify.com/episode/3RdlCRa9KO4oiGAavQvxbz?si=L8lYKZ98T8akUdkl6XBvhw&t=197&ct=197






Guadeloupe

Guadeloupe ist eigentlich keine Insel, sondern ein Archipel. Die beiden Hauptinseln, Haut-Terre und Basse-Terre liegen wie die Flügel eines Schmetterlings nebeneinander, nur durch eine sumpfige Lagune getrennt. Darum herum liegen ein paar kleinere bewohnte und unzählige noch kleinere unbewohnte Inseln.

Wie ein Schmetterling im Wind ist auch der Service. Immer wenn man denkt, jetzt kommt die Bedienung (das Essen, der Shuttleservice, der Schlüssel zum Mietwagen oder, oder...), dann war es doch wieder nichts. Beim letzten Versuch, in einem Restaurant was zu essen zu bekommen,  warteten wir eine Stunde (ohne Brot , ohne Cracker, ohne nichts) auf einen zu simplen und zu teuren Vorspeisensalat. Immerhin bei schöner Aussicht...

Seitdem wird selbst gekocht (siehe Insta). Es sei denn, die Gasflasche ist gerade leer... 

Trotz aller Widrigkeiten konnten wir die Schönheit der Inseln genießen. Unser großes Haus (das kostenpflichtige Upgrade hat sich gelohnt) liegt in einer hübschen Siedlung mit schmucken Häusern und schönen Gärten auf Basse-Terre. Da konnte man zwischen den Regenschauern einen Spaziergang machen. Apropos Wetter: das war so launisch wie die Bedienung. 

Basse-Terre ist trotz des irreführenden Namens der Flügel mit Gebirge samt Vulkan (siehe letzten Blogeintrag) und dank höherer Niederschläge im Inneren dicht bewaldet, was uns zu einer weiteren Wanderung im Nationalpark veranlasste. Sie führte uns durch dichten, schönen Bergregenwald über steile, steinige Pfade zum oberen Wasserfall. 









Da es wieder heftig zu regnen begann, sparten wir uns den glitschigen Weg zur Badestelle und machten lieber einen kleinen Umweg zum unteren Wasserfall.



Am Ende konnte Herbert noch die Antillen-Finken füttern!



Füttern durfte man auch diverse Tiere im Botanischen Garten, den wir einen anderen Tag besuchten. Franzosen interessieren sich ja bekanntlich nur für Tiere, die man essen kann oder hübsch aussehen. Daher gab es Kois, Loris und Ziegen. Die Hühner, die überall auf der Insel frei herumlaufen, bilden da eine gute Kombination. Sie sind tatsächlich Nachfahren des wilden Bankavia-Huhns, wenn auch mittlerweile das Haushuhn eingekreuzt wurde.





Welcher Botanische Garten hat so eine Aussicht zu bieten?!

Wir machten auch einen Abstecher auf Haute-Terre. Über die immer verstopfte Route Nationale ging es am wirtschaftlichen Zentrum Point-a-Pitre vorbei nach Gosier. Angesichts der zunehmenden Wolken und der steifen Brise verzichteten wir auf das Schwimmen und machten einen Spaziergang zu den Anglern und Pelikanen.

Am Strand konnten wir in einer Strandbar auch etwas essen. Den Kaffee zum Schluss mussten wir am Kassentresen abholen, da die Bedienung es nicht mehr bis zu den Tischen schaffte, weil es schüttete und stürmte.




Am letzten Tag fuhren wir noch einmal ans Meer, an den sehr schönen Plage de Clugny. An den Picknickplätzen oberhalb feuerten die Einheimischen die Grills an, etwas weiter strandabwärts fanden wir ein stilles Plätzchen zwischen Lagune und Meer. Den ersten Regenschauer nutzten wir noch zum Schwimmen, der zweite war dann Anlass zu gehen. Kaum zurück, schien wieder die Sonne. Aber wozu gibt es Terrassen?! Sogar der Whirlpool funktionierte schlussendlich. 




Merke: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Getränke! 



Und dazu das abendliche Froschkonzert. Nicht größer als ein Daumennagel, aber so laut, dass man es drinnen durch die geschlossenen Jalousien (Glasfenster gibt es nicht) hört!