Guadeloupe ist eigentlich keine Insel, sondern ein Archipel. Die beiden Hauptinseln, Haut-Terre und Basse-Terre liegen wie die Flügel eines Schmetterlings nebeneinander, nur durch eine sumpfige Lagune getrennt. Darum herum liegen ein paar kleinere bewohnte und unzählige noch kleinere unbewohnte Inseln.
Wie ein Schmetterling im Wind ist auch der Service. Immer wenn man denkt, jetzt kommt die Bedienung (das Essen, der Shuttleservice, der Schlüssel zum Mietwagen oder, oder...), dann war es doch wieder nichts. Beim letzten Versuch, in einem Restaurant was zu essen zu bekommen, warteten wir eine Stunde (ohne Brot , ohne Cracker, ohne nichts) auf einen zu simplen und zu teuren Vorspeisensalat. Immerhin bei schöner Aussicht...
Seitdem wird selbst gekocht (siehe Insta). Es sei denn, die Gasflasche ist gerade leer...
Trotz aller Widrigkeiten konnten wir die Schönheit der Inseln genießen. Unser großes Haus (das kostenpflichtige Upgrade hat sich gelohnt) liegt in einer hübschen Siedlung mit schmucken Häusern und schönen Gärten auf Basse-Terre. Da konnte man zwischen den Regenschauern einen Spaziergang machen. Apropos Wetter: das war so launisch wie die Bedienung.
Basse-Terre ist trotz des irreführenden Namens der Flügel mit Gebirge samt Vulkan (siehe letzten Blogeintrag) und dank höherer Niederschläge im Inneren dicht bewaldet, was uns zu einer weiteren Wanderung im Nationalpark veranlasste. Sie führte uns durch dichten, schönen Bergregenwald über steile, steinige Pfade zum oberen Wasserfall.
Da es wieder heftig zu regnen begann, sparten wir uns den glitschigen Weg zur Badestelle und machten lieber einen kleinen Umweg zum unteren Wasserfall.
Am Ende konnte Herbert noch die Antillen-Finken füttern!
Füttern durfte man auch diverse Tiere im Botanischen Garten, den wir einen anderen Tag besuchten. Franzosen interessieren sich ja bekanntlich nur für Tiere, die man essen kann oder hübsch aussehen. Daher gab es Kois, Loris und Ziegen. Die Hühner, die überall auf der Insel frei herumlaufen, bilden da eine gute Kombination. Sie sind tatsächlich Nachfahren des wilden Bankavia-Huhns, wenn auch mittlerweile das Haushuhn eingekreuzt wurde.
Welcher Botanische Garten hat so eine Aussicht zu bieten?!
Wir machten auch einen Abstecher auf Haute-Terre. Über die immer verstopfte Route Nationale ging es am wirtschaftlichen Zentrum Point-a-Pitre vorbei nach Gosier. Angesichts der zunehmenden Wolken und der steifen Brise verzichteten wir auf das Schwimmen und machten einen Spaziergang zu den Anglern und Pelikanen.
Am Strand konnten wir in einer Strandbar auch etwas essen. Den Kaffee zum Schluss mussten wir am Kassentresen abholen, da die Bedienung es nicht mehr bis zu den Tischen schaffte, weil es schüttete und stürmte.
Am letzten Tag fuhren wir noch einmal ans Meer, an den sehr schönen Plage de Clugny. An den Picknickplätzen oberhalb feuerten die Einheimischen die Grills an, etwas weiter strandabwärts fanden wir ein stilles Plätzchen zwischen Lagune und Meer. Den ersten Regenschauer nutzten wir noch zum Schwimmen, der zweite war dann Anlass zu gehen. Kaum zurück, schien wieder die Sonne. Aber wozu gibt es Terrassen?! Sogar der Whirlpool funktionierte schlussendlich.
Merke: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Getränke!
Und dazu das abendliche Froschkonzert. Nicht größer als ein Daumennagel, aber so laut, dass man es drinnen durch die geschlossenen Jalousien (Glasfenster gibt es nicht) hört!