Freitag, 1. Februar 2019

Sicher gelandet, Koffer weg, Wasser kalt

Sicher in TXL gelandet.

Die Koffer sind im Umsteige-Flughafen Amsterdam stecken geblieben.

Das Wasser in der Wohnung ist nach wie vor kalt.

Vier Blumen sind tot.

Irgendwas ist immer.




Berlin, 1. Februar 2019

Donnerstag, 31. Januar 2019

Adios!

Letzter Tag in Lima. Noch einmal 28°C, noch einmal Ceviche, noch ein letzter Blick auf den Pazifik. Nach sieben Wochen in Südamerika kommt Wehmut auf. Viele wunderbare und freundliche, hilfsbereite Menschen haben uns über manch Chaos und Unzulänglichkeiten hinweggeholfen. Wir haben viel erlebt, nochmehr gesehen und das meiste genossen. Jetzt freuen wir uns auf das eigene Bett und die Freunde und Familie zuhause. Aber wir kommen wieder!



Lima, Hotel Allpa. Warten auf den Transfer. 16 Uhr

Ergänzung ca. 19 Uhr, Lima Aeropuerto:

Adios Sol!
Wir sehen uns auf der Nordhalbkugel wieder.


49 Tage Südamerika - eine Übersicht

7 Wochen, 15.12.2018 bis 01.02.2019, also 49 Tage.

Das waren:

- ein Kontinent

- 3 Länder

- 3 Galapagos Inseln

- 1 Autofahrt auf der Avenida de los Volcanos (387 km in 9 (!) Stunden an einem Tag)

- 1 Autofahrt von den Anden (3000 Höhenmeter) hinunter zum Pazifik (1 Höhenmeter) mit einer Strecke von 196 km und ebensovielen Serpentinen

- ein Spinnenbiss

- ein pazifisches Fieber gefolgt von wochenlangen Erkältungssymptomen

- wochenlang soroche in den Anden

- tagelang Montezumas Rache

- 5 Überlandbusfahrten (mind. 1,5 Stunden)

- 5 Bootsfahrten auf dem Fluss Coca oder auf dem Pazifik (mind. 1,5 Stunden)

- 9 Städte über 5000 Einwohner

- 10 unterschiedliche Wetter-, Mikroklima-, Geografie- und Fauna- und Florabereiche

- 11 Flüge

- 18 unterschiedliche Hotels, Lodges oder Camp-Schlafgelegenheiten

- 21 Bettenwechsel

- über 45 Blogbeiträge

- 1001 Unvollständigkeiten, Unfertigkeiten, Unzulänglichkeiten, Unperfektheiten, Unfähigkeiten, unpassende Gelegenheiten, unglaubliche Kombinationsmöglichkeiten, unvorstellbare Verwirrtheiten, undenkbare Fahrgewohnheiten, Unfallgelegenheiten, Unsinnigkeiten, Unorganisiertheiten, Ungereimtheiten, Unstimmigkeiten

- und des Pudels Kern vom Leben, dem Universum und dem ganzen Rest:

Irgendwas ist immer.



Bootsfahrt über den Rio Coca zur Sacha Lodge:


387 Kilometer von der Hacienda La Cienega nach Cuenca über die Avenida de los Volcanos:


Der Abstieg/Die Abfahrt von Cuenca in den Anden nach Guayaquil am Pazifik:

Übersicht:


Lima, letzte Nacht im Hotel, 30. Januar 2019, ca. 23 Uhr

Montag, 28. Januar 2019

Machu Picchu und die Inka-Ruine

Zwischen den Bergen Huayna Picchu (Quechua: junger Gipfel, im Bild hinten) und Machu Picchu (Quechua: alter Gipfel, nicht im Bild) liegen die Inkaruinen mit unbekannten Namen.

Inzwischen ist Machu Picchu in aller Munde und die Ruinen wurden nach dem Berg benannt, das Dorf Agua Caliente wurde in Machupicchu Pueblo, also in Machupicchu Dorf, umbenannt, diverse Hostels, Hotels, Reisebüros, Gruppenfahrten, Busse und Taxis tragen die Aufschrift Machu Picchu und dabei wird mal alles getrennt- oder mal alles zusammmengeschrieben.

Der Inka-Name der Inka-Ruine ist nach wie vor unbekannt.

Die Stadt wurde auf dem Bergkamm zwischen Huayna Picchu (Quechua: junger Gipfel) im Norden und Machu Picchu (Quechua: alter Gipfel) im Süden errichtet. Östlich und westlich von der Stadt gibt es weitere (namenlose) Gipfel. Alle der vielen Tempelanlagen sind astronomisch nach Himmelsrichtungen und nach den Sonnenständen zur Wintersonnenwende, Sommersonnenwende und der Tag-und-Nacht-Gleiche im Frühling und Herbst ausgerichtet. Da die Berggipfel fast genau in den jeweiligen Himmelsrichtungen liegen, sind die Inka-Architekten und Inka-Astronomen mit diesen Bergen in einen architektonischen und astronomischen Dialog getreten: auf den Gipfeln wurde Gebäude errichtet oder Abbilder der Gipfel wurden in der Stadt errichtet.

Frappierende Ähnlichkeiten zwischen den bearbeiteten Steinen und Felsen im Vordergrund zu den Bergen im Hintergrund:


In den Tempelanlagen gibt es etliche Fenster, Vorsprünge, Felsnadeln und Steine, die nur bei ganz bestimmten regelmäßigen astronomischen Fallkonstellationen und zu bestimmten Uhrzeiten beleuchtet oder beschattet werden.

Dies ist der Sonnentempel zur Sommersonnenwende:



Und wenn hier (im Haus des Inka-Königs) die Sonne durchscheint, steht die Sonne im Zenit: 12 Uhr mittags.


Diese bearbeitete Felsnadel wurde zur Bestimmung von Tag und Nacht Gleiche genutzt:

Bei klaren Nächten haben die Inkas die Sterne beobachtet. Da das Kopf-in-den-Nacken-legen schnell Schmerzen bereitet, wurden Spiegel zur Himmelsbetrachtung gebaut; Spiegel aus Wasser.


Im Zentrum der Stadt ist ein freier Platz, der durch die umliegenden Fundament Mauern eine erstaunlich gute Akustik bietet. Hier wurden zu Feiertagen mit Sicherheit Reden oder Predigten gehalten oder Darbietungen vorgeführt:

Die Architektur der Inkas ist erdbebensicher. Die Steine sind passgenau wie Puzzleteile und werden bei Erschütterungen nur gerüttelt und fallen dann zurück in ihre Position. Diagonal stehende Wände und Torbögen stehen sicherer als gerade Wände.
Und große Steine als oberer horizontaler Torpfosten tragen Erschütterungen weiter statt daran zu zerbrechen.



Die Bearbeitung der Felsen erfolgte in endlos vielen Schritten. Erst wenn die obere und untere Fläche eines Steines glatt war, wurde der Stein auf die Mauer gehoben. Die Seiten Links und Rechts waren noch unbearbeitet und hatten noch kleine Vorsprünge zum besseren Heben. Die Abschlussarbeiten, das Glätten und Polieren der Seiten, erfolgte am Bestimmungsort:

Zirka 40% der Bausubstanz sind sichtbar als Gebäude, Straßen oder Terrassenfelder. Die weiteren 60%  sind Fundamente und Kanalisation. Die Inkas integrierten vorhandene Bergteile und Felsen in ihre Gebäude oder überbauten diese:

Laut Wikipedia strömen durchschnittlich 2500 Menschen täglich durch Machu Picchu. Unser Guide berichtete von Spitzentagen mit bis zu 7000 Menschen. Es lohnt sich, sich am frühen Morgen selbst zu stressen, um zu den ersten zu gehören und die Ruinen ohne Menschenmassen sehen zu können.

Machu Picchu, fast menschenleer:


Der Eintritt kostet für Gringos 40 US-Dollar (zu zahlen in devisenharten US-Dollar). Da sich die Straßen bei Machu Picchu und bei Cusco größtenteils in einem ziemlich schlaglochzerfetzen Zustand befinden und die Einheimischen offensichtlich nicht alle die beste Schulbildung genießen, fragen wir uns, was der peruanische Staat mit den 100.000 bis zu 200.000 US-Dollar täglich macht (jährlich sind das mindestens 36 Millionen devisenharte US-Dollar). Laut
Korruptionswahrnehmungsindex (englisch Corruption Perceptions Index, abgekürzt CPI) von Transparency International befindet sich Perú auf Platz 96 von 180 (BRD Platz 12).

Irgendwas ist immer.


Hotel Inkaterra, Aguas Caliente/Machupicchu Pueblo, Peru, 28.1.19 ca. 13:30 Uhr