Freitag, 11. Januar 2019

Cuenca

Wenn Quito die Perle der Anden ist, dann muss man Cuenca wohl als geschliffenen Edelstein der Anden bezeichnen, in Marmor gefasst. Die Altstadt besticht durch schöne alte Bürgerhäuser (natürlich Weltkulturerbe) und eine etwas skurrile neoromanische Kathedrale. Mit zehn Museen auf 200.000 Einwohner und einer Uni ist sie das kulturelle Zentrum Ecuadors.











Außerdem hat sie noch ein zweites Weltkulturerbe zu bieten: den Panama-Hut. Der stammt von hier und hat der Stadt den Reichtum gebracht. Von den Arbeitern des Panama-Kanals getragen, brachten die Ingenieure ihn in die USA und Europa, wo die feineren Varianten zum Luxussymbol avancierten. Bis heute wird er aus Palmstroh in Handarbeit gefertigt.





Man kann hier auch gut übernachten...



Nach langer Fahrt in Guayaquil ca. 22h

Mittwoch, 9. Januar 2019

Cotopaxi

Seine Majestät, der Cotopaxi, mit fast 5900m der zweithöchste Berg Ecuadors, lockt bei der Anfahrt zum Nationalpark mit seinen glänzenden Flanken.


Doch nach langer, steiler Fahrt über buckligen Pisten ziert er sich. Launig hüllt er sich in Nebel. Wir parken auf 4600m und betreten den Hermelinmantel seiner Majestät - Schnee durchsetzt von schwarzen Lavasteinen.


Atemberaubend ist der Aufstieg in jeder Hinsicht, der Atem pfeift und das Herz rast. Doch Mama Erde gebar nicht nur den Furcht einflößenden, noch immer aktiven Vulkan, sondern auch den Coca Tee, um uns zu stärken. So kamen wir bis zum letzten Refugio vor dem mit Gletschern bedecktem Haupt des Vulkans.

Auf 4864m kehrten wir um, zurück zu den baumlosen Ebenen mit leuchtenden Flechten, hohen Gräsern, neugierigen Füchsen, Karakals und Anden-Kiebietzen.


Und ein Alpaka:




Hacienda La Cienega, 9. Januar 2019, ca. 9 Uhr

Hacienda La Cienega, Alexander von Humboldt

Bevor Alexander von Humboldt den Berg Cotopaxi bestieg, übernachtete und arbeitete er in der Hacienda La Cienega. Die Suite im Turm des Hauptgebäudes im zweiten Stock, mit der Nummer 8, kann hier besichtigt und sogar gemietet werden. Bei der Buchung haben wir offensichtlich irgendwie gepennt, den wir haben "nur" das Doppelzimmer Nummer 11.



Lasso ist der Ort und die Abfahrt an der Panamericana bei der Hacienda La Cienega. Lasso ist geprägt von Autowerkstätten, Düngemittel-Händlern und Tierärzten, die alles machen, auch Inseminationen. Nach dem Durchqueren sämtlicher Schlaglöcher im Ort erreicht man die Einfahrt zur Hacienda La Cienega und reist sogleich in die Vergangenheit:






Die Hacienda scheint seit mindestens zwei hundert Jahren unberührt, Grundsteinlegung war im 16. Jahrhundert. Sogar das elektrische Licht erscheint alt. Sämtliche Mauern und Dachziegel genießen die Patina und den Moosbewuchs des Alters. Auch sämtliche Möbel sind bereits hunderte Jahre alt. Die Schreibmaschine höchstwahrscheinlich ebenfalls. Es gibt so viele frei zugängliche Salons, Neben-, und Studierzimmer mit so vielen Sofas, dass man stündlich den Sitzplatz wechseln kann, und immer noch mehrere Tage bräuchte, um auf jedem Polstermöbel zu sitzen.



Unser Zimmer hat einen eigenen Kamin. Nachmittags kommt eine Magd vorbei und entzündet das Feuer im Kamin. Überall gibt es Fotos, Gemälde und Stickereien.




Eine Kapelle ist selbstverständlich ebenfalls Teil der Hacienda La Cienega. Der Garten im Innenhof ist komplett umrundet von der Hacienda. Man kann jederzeit jedes Zimmer trockenen Fußes erreichen und dabei in den Garten blicken. Kolibris und Tauben zwitschern und flattern durch den Garten. Die schwarzen Kellner in roten Westen bringen den Kaffee zu den gepolsterten Parkbänken im Garten.


Es ist so kolonial, dass einem hier schon mulmig wird.

Hacienda La Cienega, 8. Januar 2019, ca.  18 Uhr

Dienstag, 8. Januar 2019

Quito ist eine Perle in den Anden

Sogar die Hagelkörner fallen perlenweiß und perlengroß vom Himmel.

Leider hatten wir viel zu wenig Zeit, um die Stadt kennen zu lernen. Wie die Perle in einer Auster, die sich im Schlick versteckt, ist Quito am Anfang schwer zugänglich: der Flughafen liegt weit außerhalb der Stadt, die 2800 Höhenmeter ermüden jeden Besucher und im Januar regnet es gelegentlich, oder auch länger, Hagelkörner.

Den Samstag Abend verbrachten wir mit einem gemütlichen Bier in der Bar "Radar". Die Menschen in Quito sind kleiner. Wir zwei waren teutonische Riesen, die die meisten Indigenas und Mestizen um Kopflänge überragten. Die Menschen in Quito sind entspannt und, vor allem (!), ruhig.

Sonntag Vormittag konnten wir in der Altstadt verbringen. Der Plaza de la Independencia, der Palast, der Bischofssitz, das Rathaus und die Stadtkirche bilden den Kern der Altstadt.







Während unseres Mittagessens fing es an zu hageln und zu regnen. Zum Feiertag "Heilige Drei Könige" waren die Messen in den Kirchen gut besucht und es gab ein ständiges Kommen und Gehen der Gläubigen, während der Priester predigte oder aus der Bibel vorlas. Wer später kam, drängelte sich auch gerne Mal schnell nach vorne, um zu den Füßen Mutter Gottes Blumen niederzulegen, anschließend an der anderen Seite der Kirche das Holzkreuz zu küssen, sich dann beim Messdiener einen Zettel mit Liedtexten abzuholen, um sich dann endlich zu setzen. So ernst manche Gläubige in die Kirche eilen, so chaotisch sind sie in der Umsetzung. Viele Besucher waren auch mit Smartphones und Regenschirmen beschäftigt.
Ziemlich feucht erreichten wir dann unser Hotel.

Die Stadt ist sicher. Wir sind Bus gefahren.

Den Abend verbrachten wir in einer Sauna. Die Sauna hatte zwar einen handgezimmerten Charakter und würde einem Vergleich mit dem Boiler niemals Stand halten, aber wir konnten Sauna und Whirlpool genießen. Nach drei Wochen Duschen im Dschungel war der Whirlpool einfach herrlich und das Schwitzen in der Dampfsauna auf wohltuende Weise beabsichtigt und angenehm.

Am Montag, 7. Januar, ging es dann schon weiter mit dem Mietwagen zur Hacienda La Cienega.

Quito hat alles in seiner Macht stehende getan, um uns davon zu überzeugen nochmal wieder zu kommen. Zu viele Geheimnisse und Perlen sind unentdeckt geblieben.


Hacienda La Cienega bei Kerzenschein (Stromausfall) und Kaminfeuer (Heizung gibt es natürlich nicht), in der Provinz Cotopaxi, 7. Januar 2019, ca. 18/19 Uhr