Freitag, 25. Januar 2019

Cusco: Hauptstadt der Inka und die Inka-Stätten im Heiligen Tal

Pachacuteq Yupanqui verteidigte Cusco gegen die Chanka, unterwarf das Chanka-Reich und wurde sodann im Jahr 1439 der neunte Inka-König. Er baute die Stadt Cusco aus und erweiterte das Inka-Reich um weite Gebiete. "Inka" ist ein Inka-Wort und bedeutet "König" bzw. "Herrschaft". Das Denkmal und Museum "Monumento a Pachacuteq" erinnert an seine Herrschaft von 1439-1471.

Der Conquistador Pizarro hat im Jahr 1532 das Inka-Land betreten. Zu diesem Zeitpunkt waren die Inka-Bevölkerung und die -Streitkräfte durch eine Pockenepedemie und einen Bürgerkrieg geschwächt. Mit einen Hinterhalt gelang es Pizarro den Inka-König Huayna Cápac gefangen zu nehmen und anschließend zu ermorden. Am 15. November 1533 nahm Pizarro die Hauptstadt Cusco ein. Pizarro ermordete die Familie des Inka-Königs, lynchte den gesamten Inka-Adel und massakrierte die Priester und eliminierte somit alle Intellektuellen und Bildungsbürger des Inka-Reiches. Nur wenige der Inka-Herrscher-Kaste wurden am Leben gelassen, um diese gegen die Indígenas zu instrumentalisieren. Die mitgereisten christlich-katholischen Priester befürworteten das Gemetzel an den ungläubigen Heiden.

Auf den Fundamenten den Inka-Mauern wurden Kirchen und Kathedralen errichtet. In Cusco können wir das Blut, das auf den Inka-Mauern vergossen wurde, regelrecht riechen. Das Blattgold der Kirchenkunst ist überflutet mit Inka-Blut. Es fällt sehr schwer, Kunst zu genießen, wenn sie mit Blut getränkt wurde. Eine lästige Erkältung begleitet uns seit Lima und die dünne Luft in 3300 Höhenmetern verursacht bei uns, ähnlich zur Höhenkrankheit, Atemnot, Kopfschmerzen und schlechten Schlaf. Kein Wunder, dass das alles auf unser Gemüt drückt und unser Empfinden negativ beeinflusst. Viele haben ähnliche Probleme:

Pachacuteq stärkte das Inka-Reich, seine Inthronisation wird in der Inka-Geschichte als Zeitenwende beschrieben. Er und seine Nachfolger ließen viele Mauern, Heiligtümer, Terrassenfelder, spirituelle Orte und Quellen, militärische Kontrollposten und ganze Städte errichten und ausbauen. Die Architektur beruhte immer erdbebenfest auf dem fugenlosen Zusammensetzen von Felsbrocken. Die kleinen und großen Felsbrocken wurden solange glatt gemeißelt, bis alle glatten Flächen, Ecken und Kanten sich zusammen setzen ließen wie ein riesiges Puzzle. Egal wie heftig die Erde bebte, die Steine wurden nur gerüttelt und rutschten dann wieder in die Puzzleform zurück. Diverse spanische Gebäude, die fast nur aus getrockneten Mörtel bestanden, fielen in sich zusammen.

Die Tempelanlage Qorinkancha in Cusco ist ein Musterbeispiel für die fugenlose Architektur und die glatt gemeißelten Felsen. Chronisten zufolge, waren die Wände zusätzlich mit Goldplatten vertäfelt: Ganze Räume mit Goldwänden!




Die glatt gemeißelten Felsenmauern lassen sich auch in Tambomachay bewundern: eine natürliche Quelle, der magische Kräfte nachgesagt werden, wurde von den Inka zu einem spirituellen Ort ausgebaut. Das idyllische Plätschern lädt auch heute noch zum Verweilen ein.



Der spirituelle Felsen von Q'enqo ist von außen auf den ersten Blick kaum als solcher erkennbar. Erst auf den zweiten Blick werden die Meißelarbeiten sichtbar und das Tor lädt zum Eintreten ein. In diese Felsenformation haben die Inka ihre spirituellen Arbeiten eingefügt.





Die Stadtmauer und Festungsanlage Saqsyhuaman ist ebenfalls fugenlos gemauert. Die riesigen Felsen sind jedoch nicht glatt gemeißelt. Ihre Aufgabe war es, Feinde abzuschrecken und aufzuhalten. Dementsprechend ist ihr Erscheinungsbild groß, mächtig, wuchtig und trotzig.





Der militärische Kontrollposten Pucapucara fällt etwas kleiner aus, ist jedoch handwerklich eindrucksvoll gebaut.



Die Stadt Pisaq ist mit ihren Terrassenfeldern und ihren vielfältigen Gebäuden ein wichtiger Ort des Handels und der Spiritualität gewesen.





Sogar Steighilfen waren aus Stein:


Die gegenüberliegende Felswand wurde als vertikaler Friedhof genutzt. In die Wand wurden Löcher geschlagen und die Verstorbenen darin bestattet.

Bei den Skeletten haben Forscher keine Anzeichen von Hunger entdeckt. Den Inka-Königen gelang es durch gute Vorratshaltung ihr Volk stets zu ernähren. Mais und Kartoffeln waren Heilige Pflanzen und Grundnahrungsmittel. Feldfrüchte und Essen bereit zu stellen, waren eine spirituelle und königliche Priorität und eine königliche Verpflichtung gegenüber dem Volk.

Die Terrassenfelder von Tipon liegen idyllisch bei einer zeremoniellen Quelle zwischen diversen Bergen. Die architektonische Professionalität und Brillanz ließen uns ohne Ende staunen. Der Mais- und Kartoffel-Anbau erfolgte hier auf 3400 Höhenmeter. Nur wenige Meter entfernt blühen auch heute noch Kartoffelfelfder in weiß und violett neben Maisfeldern. Die umliegenden Bergspitzen haben Höhen von mindestens 4100 Metern. Höhen, in Europa mit Eis bedeckt, sind hier gigantische Grashügel.













Doch auch die historische und moderne Stadt Cusco hat sich für die touristischen Besucher herausgeputzt.
Rund um das "Monumento a Pachacuteq" erquicken Figuren im Rasen die Seele:





Auf der Avenida del Sol gibt es ein Wandgemälde, welches die Geschichte der Inka auf wenige Meter kunstvoll komprimiert.


Ein Kachelbild zeigt die Stadt Cusco:

Die unterschiedlichen Mauern unterschiedlicher Kulturen auf einem Bild:

Blick auf die Avenida del Sol und den Garten bei der Tempelanlage Qorinkancha:


Plaza de Armas:








Plaza El Regocijo:

Plaza San Francisco:


Cusco, 24. Januar 2019, ca. 21 Uhr.
Ergänzt am 25.01.2019, ca. 17 Uhr

Montag, 21. Januar 2019

Peru: Lima, Stadt der Könige

Nachdem der Conquistador Francisco Pizarro die Tempelanlage Pachacámac eroberte, sämtliche Priester ermordete, die Wandgemälde vernichtete und Gold und Silber plünderte, gründete er direkt nebenan die Stadt Lima, die Stadt der Könige. Am Drei-Königs-Tag (daher der Name), 6. Januar 1535, sollte Grundsteinlegung sein. Irgendwas ist ja bekanntlich immer, sodass die Gründung am 18. Januar 1535 erfolgte. 484 Jahre später feierten die Einwohner mit dem einen oder anderen Pisco Sour den Geburtstag, womit sich unsere Ausflüge am 19. Januar Stück für Stück verspäteten. Während unseres Ausflugs ist zwischendurch auch der Fahrer samt Fahrzeug verschwunden, was den Reiseleiter doch etwas irritierte. Irgendwas ist immer. Trotz aller Widrigkeiten, Startschwierigkeiten und Verspätungen hatten wir eine leckere, spannende, kulinarische Tour:








Unsere Spanisch-Vokabelzettel wachsen unaufhaltsam:

Mit Blick auf den Pazifik mixten wir unsere eigenen Pisco Sour und Ceviche (roher Fisch in Limone und gelber Chilli). Am Buffet gab es viele weitere peruanische Spezialitäten zu entdecken.


Den Nachmittag verbrachten wir beim Sonnentempel von Pachacámac. Pachacámac wurde wahrscheinlich im 2. Jahrhundert nach Christus gebaut und stetig von der Ishmay-Kultur erweitert. Im Jahr 1470 eroberte der 9. Inca-König Pachacámac Yupanqui die Region, ließ die Tempelanlage intakt und fügte einen eigenen Tempel für den Sonnengott hinzu. Auch das "Haus der auserwählten (Sonnen-)Jungfrauen", Casa de las Mamaconas, ließ er errichten, damit die Jungfrauen ihm und dem Sonnengott huldigten und dienten. Das Leben der Jungfrauen blieb unversehrt, bis die spanisch-katholischen Plünderer eintrafen (siehe oben).





Und den 20. Januar hatten wir ganz für uns und die Innenstadt:




Was macht der Löwe mit dem Drachen dort?








Und wieder manche kulinarische Sehenswürdigkeit, Seco de res (Rind in Koriander mit Yucca) etwa. Dazu chicha morada (Limo aus rotem Mais).


Und abends gab es nur eine Vorspeise: Anticucho de corazon de res.


Ja, das ist ein Rinderherz-Spieß!


Der nächste Stopp ist Cusco in den Anden:


Lima, 21. Januar 2019, ca. 13 Uhr

Freitag, 18. Januar 2019

Galapagos, die dritte

Isabela ist die größte und vielleicht interessanteste Insel. Nahezu unbewohnt, die ca.2200 Menschen wohnen fast alle im Hauptort Puerto Villamil, nimmt sie mehr als die Hälfte der Landmasse des Archipels ein und ist mehr als doppelt so groß wie Teneriffa. Da ihre Vulkane noch immer aktiv sind, wächst sie stetig weiter. Zugleich trennen die Vulkane die Teile der Insel und sorgen so für die Ausbildung besonders vieler Arten und Unterarten. Der Blick vom Aussichtspunkt über die menschenleere Insel ist beeindruckend.




Wir hatten ein wunderbares, charmantes Hotel mit leckerer, regionaler und doch leichter (!) Küche. Unser (wieder sehr guter) Guide führte uns durch Mangroven und Trockenvegetation zur "Mauer der Tränen", ein einst von deportierten Strafgefangenen unter unglaublichen Qualen im Nirgendwo errichtetetes, absolut sinnloses Monument menschlicher Grausamkeit.



Wir freuten uns über Schildkröten am Weg und einen Kaktusfink, der seinem Namen alle Ehre machte.




Danach ging es zur Lagune. Deren warmes Wasser ist ein beliebter Echsen-Pool. Das Highlight waren aber die Flamingos. Außerdem sahen wir Galapagos-Austernfischer, Bahama-Enten und Stelzenläufer.





Am nächsten Morgen ging es mit dem Boot in die Bucht vor Puerto Villamil. Die Fahrt führte an Kolonien von Blaufußtölpeln vorbei, die sich bei der Jagd nach Fischen wie Geschosse ins Wasser stürzen. Galapagos-Pinguine saßen auf den Felsen oder schwammen neben dem Boot. Es ist das nördlichste Vorkommen von Pinguinen überhaupt, knapp über dem Äquator. In einer Tintoretas genannten Bucht sahen wir die Weißspitzen-Riffhaie ruhen, die der Stelle den spanischen Namen gaben. Im Wasser tummelten sich auch neben den Meerechsen einige riesige Adlerrochen. Beim Schnorcheln begegnete Pedro im klaren Wasser Grünen Meeresschildkröten, Damselfischen, Regenbogen-Fischen und Papageienfischen und braunen Korallen. Heriberto, noch immer erkältet, schaute den Pelikanen und Fregattvögeln bei der Belagerung eines Fischerbootes zu.






Nachmittags ging es zur Concha da Perla, einem Vulkan-Pool. Heriberto filmte Reiher und Pedro schnorchelte mit einer sympathischen wie kompetenten Guía. Das warme Wasser mischte sich mit dem kaltem der steigenden Flut (der Humboldt-Strom!) und führte zu faszinierenden Schlieren. Schildkröten zeigten sich gerade nicht und die verspielten Seelöwen hatten auch keine Lust, aber viele bunte Fische, Seeigel und Korallen waren auch toll. Danach genossen wir den Sonnenuntergang am Strand.



Nach dem Essen gingen wir mit schwedischen Hotelgästen zurück zur Concha, wo uns in der Dunkelheit bei Berührung wie Wunderkerzen im Wasser aufleuchtende Algen verzauberten. Was für ein Abschied von den Inseln! Am nächsten Tag ging es dann, von Delfinen und Sturmtauchern begleitet, mit dem Speedboat nach Santa Cruz und mit dem Taxi und wieder Boot zum Aeropuerto.