Dienstag, 17. August 2021

Angermünde

Zum Ende des zweiten Weltkrieges hatte Angermünde Glück: Laut Wikipedia Artikel liefen "am 27. April 1945 der Bäckermeister Miers und der Juwelier Nölte [...] den anrückenden sowjetischen Truppen entgegen und übergaben [...] kampflos die Stadt. Angermünde blieb dadurch von Kriegszerstörungen verschont."

Die Stadt ist eine historische, wilde Mischung aus uralten Feldsteinbauten (Stadtmauer und Burgruine), Feldstein-Ziegelstein-Mischbauten (Marienkirche und ehemaliges Kloster), Fachwerkhäusern, Gründerzeitbauten und Neubauten. Da in der Nachkriegszeit anscheinend Wohnraum vorhanden war, sind kaum Plattenbauten im Innenstadtbereich errichtet worden. Ich möchte fast meinen, gar keine DDR-Architektur wahrzunehmen.

Stadtmauer und Pulverturm aus Feldsteinen und Ziegelsteinen. Der Pulverturm ist seit 1850 (!) von Störchen bewohnt.

Das ehemalige Franziskanerkloster, sehr schön sind die diversen baulichen Erweiterungen zu erkennen.

Manche Bauerweiterungen führten zu Umgehungslösungen über die heutige Brandschutzbeauftragte und Fluchtwegplanende entsetzt wären 😀

Hübsch, aber auch mit Leerstand 🙁



Am Markt (Blick nach links)

Ebenfalls am Markt (Blick nach rechts)

Hinterm Bahnhof

Doch Globalisierung und Corona reißen auch hier Wunden. Mein Hotel kann keinen Restaurantbetrieb anbieten, da das Personal während der Pandemie sich andere Verdienstmöglichkeiten suchte. Während einige Hotels voll ausgebucht sind, haben andere Hotels Personalmangel und leere Zimmer. Das Restaurant am See steht zum Verkauf: "betriebsbereit"; Die Tischdecken liegen noch auf den Tischen und die Weingläser und Cognacgläser hängen poliert über dem Tresen.


Dabei ist die Seepromenade sehr hübsch: Stege, Wege, Kunst, Spielplätze, Trimm-Dich-Pfad... Es gäbe ausreichend Gelegenheit hier zu verweilen.



Andererseits: nach einem Tag hat man in der Innenstadt fast alles gesehen. Es gibt noch ein Heimat-Museum und einen Tierpark... Eine Rundfahrt um den See... Ausflüge in die Umgebung... Meine Ausflug führt mich am Mittwoch nach Templin.


Zum Schluss noch ein Fun Fact für Navi Nerds: Angermünde liegt auf dem 14. Meridian östlicher Länge.




Optik vom Mehringplatz

Meine coolen Brillen habe ich übrigens von meinem Optiker am Mehringplatz https://www.mehringplatz.de/.

"Selbsttönend" heißt das Zauberwort bei Sommerwetter!




Und mein Fernglas, mit dem ich auf Vogeljagd gehe, ist ein Nikon Sporter Ex 10x50.





Montag, 16. August 2021

Die Oder, das Oderbruch und Stolpe

Auf jedem Teilstück der Oder und der Neiße stelle ich immer wieder fest, wie entzückend und beruhigend die Landschaft ist: Kfz-freie Radwege, Wiesen, Schilf, Fluss, gelegentlich Bäume... Idyllisch, flach und ruhig.






Vögel gibt's auch: Störche, Graureiher, Stare, Enten, Schwäne um nur einige der üblichen Verdächtigen zu nennen. Zur Zeit, nach der Brutsaison, ruhen sich die Elterntiere aus und verzichten auf Gesang, Balzrufe und Revierkämpfe. Es gab relativ wenig zu sehen.

Doch heute habe ich einen Seeadler (!) gesichtet! Eindeutig: weißer Schwanz, weißer Kopf und riesig! Majestätisch! Das Mitnehmen meines Fernglases hat sich allein schon für den Seeadler gelohnt.


Nach einigen Kilometern erschien dann der Grützpott am Horizont: der Stolpeturm.


Von dort oben kann eine sehr schöne Aussicht über die Oder und das Oderbruch genossen werden.






Ich bin nun in Angermünde angekommen und bleibe hier zwei Nächte.


Und wer sich für dänische Turmburg-Architektur, die sich an den englischen Motte-and-Baily-Anlagen des 12. Jahrhunderts orientiert, interessiert, wird auf folgenden Fotos Wissensdurst stillen können:












Sonntag, 15. August 2021

An der Oder

Nun bin ich am östlichsten Punkt meiner Reise angekommen: die Oder.
Beim Dorf/Ortsteil Hohenwutzen führt eine Brücke über die Oder. Ich war auch kurz in Polen. Dort liegt ein Gewerbegebiet und diverse leerstehende alte Lagerhallen aus Backstein und die Werbebotschaften sind alle in Deutsch verfasst: Zäune, Bautätigkeiten, Markthalle und so ähnliches Zeug.





Hohenwutzen ist klein, idyllisch und langweilig. Zum Glück hat mein Hotel WLAN (also im Erdgeschoss, nicht auf dem Zimmer, da ist auch nix mit 4g, 3g oder so). Und ab 19 Uhr ist die Küche kalt.




Morgen geht's ein paar Kilometer in Richtung Norden und bei Stolpe biege ich dann ab in Richtung Westen: zur Elbe