Montag, 31. Oktober 2022

Nachtspaziergang im mittelalterlichen Siena

Tags und nachts sind die Spaziergänge durch Siena eine spannende Erfahrung.



Tags gilt es noch den anderen Tourist*innen auszuweichen. Nachts legt sich eine gewisse Ruhe über das Pflaster und in den Stadtteilen ohne große Sehenswürdigkeiten wird es fast still und dunkel. Dennoch finden sich auch in den stillen Winkeln Häuser, kleine Kirchen, steile Wege, für Autos unpassierbar erscheinende Gassen, prunkvolle Treppen, Laternenhalter aus geschmiedeten Eisen...



Die Beleuchtung ist gut und dennoch atmen die viergeschossigen Ziegelbauten das Licht regelrecht ein. Es ist alles irgendwie ziegelrot und siena-gelb, gefühlt mittelalterlich dunkel, geheimnisvoll und nicht real. Und der Himmel ist dabei wolkenfrei und pechschwarz.




Und dann kommt da dieses riesige weiß leuchtende Marmor-Flaggschiff von einem Dom um die Ecke:


Es ist kaum zu erraten ob das Riesen-Ding nun echt ist, ob tatsächlich alle Streifen aus grauen Marmor sind oder ob die Fenster aufgemalt sind...


Und dann geht es wieder weiter durch die Gassen:










Botanischer Garten

 Der Botanische Garten in Siena ist eine Oase der Ruhe in der Stadt. Kein Vergleich zu Berlin,  aber hübsch und rührend,  wie die Pflanzen in Töpfen kultiviert werden. 

Vanille





Samstag, 29. Oktober 2022

Picknick auf dem Dach

Nach langem Spaziergang durch Siena, shoppen, Besuch der Forteza gab es Prosecco vom Hotel, Brot und Mayole vom Straßenfest der Contrada dell'Onda (googelt mal selber), Obst und Trüffelkäse. 



Auch mit Mond...


Und später kamen die Sterne dazu...


Jede Contrada markiert ihren Bezirk mit dem eigenen Wappen. "Die Welle" (Contrada dell'Onda) nutzt einen Fisch und hat auch einen Fisch-Brunnen.






Torre del Mangia

Der Rathaus-Turm ist allgegenwärtig Teil der Stadt.


Ob vom Randbezirk betrachtet oder als hoch-weiß-rote Erscheinung in den Gassen: er ist das weltliche Zentrum der Stadt und der Campo zu seinen Füßen der wichtigste Orientierungspunkt und für Tourist*innen wichtigster Fußverkehrsknotenpunkt.

Für 10 Euro darf er bestiegen werden. Taschen, Stative, Ferngläser werden am Eingang in Schließfächer gezwungen. Was mich ziemlich empörte (Barbaren!). Wer ein Fernglas hochnehmen möchte, sollte dies tunlichst unter einer geschlossenen Jacke verstecken.

Der Weg nach oben führt in einer engen Treppe:



Dafür ist der Blick auf den Campo immerhin eine erste Entschädigung für diesen barbarische Akt einer Anti-Fernglas-Politik.




Der Rundumblick über die Stadt und die Toskana zeigt beeindruckend, wie mittelalterlich und verwinkelt Siena ist. Es braucht schon einen Moment um zu erkennen, wo die Gassen entlangführen.

In der Mitte ist tatsächlich unser Hotel zu erkennen.

Es lohnt sich mehrmals oben herum zu gehen und den Anblick zu genießen, zu fotografieren und zu filmen und erst wieder nach unten zu gehen, wenn barbarisches Gequake aus den Lautsprecher versucht mitzuteilen, dass die Zeit um ist.

Rettungswagen sind relativ selten unterwegs, aber natürlich dann, wenn ich filme. Und die "Contrada der Welle" macht gerade ein Straßenfest:


Das Video gibt es bei YouTube auch zu sehen.













Beim Abstieg Kopf einziehen!

Niedrige Decken!