Der Doñana-Nationalpark ist ein Paradies für Birder. Südlich von Sevilla gelegen, ist er von Feuchtgebieten geprägt, gespeist von zwei Flüssen und dem Meer, eine Besonderheit im trockenen Andalusien. Dazu kommt die Nähe zur Straße von Gibraltar, was das Gebiet zum Rastplatz zahlreicher Zugvögel macht.
Die Landschaft ist abwechslungsreich, Süß- und Salzwasserseen, trockene, von ehemaligen Wanderdünen geschaffene Buschheiden, Pinien- und Korkeichenhaine.
Luchs, Ginsterkatze und Ichneumon haben wir nicht gesehen, doch unglaublich viele Vogelarten.
Am auffälligsten waren natürlich die Rosaflamingos, Löffler und Braunsichler (Ibisse), die man ja eher außerhalb Europas verortet. Dafür ist die hier überall anzutreffende Graugans in Spanien eine Seltenheit. Die führen hier schon Gössel, praktisch, dann können die Elterntiere ab Mai Urlaub in Spanien machen...
Aber dank der enormen Wassermengen, die die Landwirtschaft entnimmt, um uns das ganze Jahr mit Tomaten, Paprika und Erdbeeren zu versorgen, werden die Gänseeltern wohl ab Juli auf dem Trockenen sitzen.
Beeindruckend waren auch die vielen Schwarzmilane, und dank unseres Spektivs konnten wir auch Kornweihen im Detail bewundern. Durch den Park führen nämlich Bohlenwege mit einigen Beobachtungshütten, in denen wir trocken und ohne zu stören Vögel gucken konnten.
So sahen wir große und kleine Kostbarkeiten wie Schwarzkehlchen, Rotkopfwürger, Zwergtaucher, Löffler, Purpurreiher und natürlich das seltene Purpurhuhn, ein Verwandter des Blässhuhns, das nur in einigen Teilen der Iberischen Halbinsel und Nordafrika lebt. Ein iberischer Endemit ist die Blauelster, die in Familientrupps umherstreift.
 |
| Löffler |
.jpg) |
| Purpurhühner |
Flamingos (noch helle Jungvögel) zwischen Kieferstämmen
Hier ist längst der Frühling eingekehrt und überall blüht und grünt es. Über uns segeln Schwalben und Mauersegler, in den Büschen singen schon die Nachtigallen und Trupps von Girlitzen machen sich über die ersten noch unreifen Kräutersamen her. Gleichzeitig bescheren wir mit unserer Anwesenheit (wie 2009/2010) dieser Gegend wieder Wind, Wetter und Regen. Aber es gibt auch kaltwindige Sonnentage.
Zistrose in Gelb (C calycinus)
Zistrose weiß (Cistus salvifolius)
Zum Parque gehört auch der Küstenstreifen mit seiner Dünenlandschaft, die wir am zweiten Tag hier besuchten. Neben dem Ferienort Matalascañas zieht ein geschützter langer Strandabschnitt bis zur Mündung des Gualdequevir bei San Lucar de Barrameda.
In Erinnerung an unseren Aufenthalt dort vor ein paar Jahren gab es zu Gambas in Knoblauch und Croquetas einen Manzanilla, die dortige Sherry-Variante. Das ganze mit Blick auf den Atlantik und doch im Warmen - perfekt!
Ornithologische Highlights waren Wiedehopfe und mehrere Bienenfresser, die frisch aus Afrika eintrafen. Erstere erkennt man am Schwarz-Weiß-Muster des Gefieders, letztere an...bunt. Wer es nicht glaubt, guckt hier:
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Bienenfresser_(Art)#/media/Datei%3AMerops_apiaster_04.jpg
Der Kontrast aus hellem Sand und den dunkelgrünen Schirmen der Pinien gegen das strahlende Blau des Himmels entschädigte für den kalten Wind; die Mittelmeermöven, die in der steifen Brise über den Wellen des Atlantiks segelten, machten das Bild komplett.
 |
Peter am Vögeln.
|