Sonntag, 14. September 2025

Feiras Novas 2025 und 900 Jahre Ponte de Lima

Jedes Jahr im September feiert Ponte de Lima das Fest der neuen Märkte. Das kleine Stadtfestchen "Honra de Nossa Senhora das Dores" durfte 1826 mit königlicher Genehmigung ausgeweitet werden. Seit 199 Jahren werden die kuscheligsten Schafe, die schönsten Rinder und die schnellsten Pferde präsentiert. Bauern präsentieren ihre Ernten. Fahrende Händler bieten den neuesten Schrei an Tonkrügen, Sieben und Schuhen feil. Die Feiras Novas App bietet einen Rückblick auf alte Schwarzweißfotografien:

Dieses Jahr feiert Ponte de Lima außerdem 900jähriges Stadtjubiläum. Großer Rummel ist angesagt. Feiras Novas: Kunstmarkt, Handwerkmarkt, Viehmarkt, Flohmarkt, Jahrmarkt. Beim Überqueren der alten romanischen Brücke in Richtung historischer Innenstadt wird nur der kleiner Teil des Festes am Flussufer sichtbar. In der Zeltstadt verbergen sich der Flohmarkt und die fahrenden Händler (Gucci Schuhe für zehn Euro! Você sabe, né?). Oben in festen Verkaufswagen bieten Handwerker und Künstler Ihre Produkte an. Außerhalb des Bildes beim Viehmarkt gibt es Produkte des täglichen Bedarfs beim Umgang mit Tieren: Sattel, Leinen, Karabiner, Hüte. Rechts im Bild: Gaukler und Fahrgeschäfte. Das Fest erstreckt sich auch noch viel weiter in die Innenstadt und entlang des Flussufers in beide Richtungen.

Blick am Nachmittag:

Blick am Abend:

Peter ruhte sich Samstag aus und Volker fuhr zum Atlantik, sodass ich alleine zum Fest pilgerte. Ich hatte mir fest vorgenommen in die Geisterbahn zu gehen und Zuckerwatte zu essen. Aber es kam anders...

Mein erster Spaziergang führte mich durch den Produktpirateriemarkt (Gucci für zehn Euro) weiter zum Platz am Ufer zum Kunstmarkt. Ich zog weiter und freute mich die Fressmeile gefunden zu haben (ganze Spanferkel am Spieß!). Noch nicht hungrig gelangte ich zum Viehmarkt:








Am Platz am Ufer zurückgekehrt entdeckte ich an der Umzugsstrecke für den großen Cortejo Etnográfico einen strategisch wertvollen Schattenplatz, bezog Stellung und übte mich in Geduld. Viel Geduld. Sehr viel Geduld. Währenddessen schrieb ich den Beitrag über den Wasserfall des Rio Cabrão und telefonierte mit meinen Eltern.

Endlich kam der Cortejo Etnográfico!

Die Puppen mit den irren MDMA-LSD Augen sollen an die traditionellen Trachten erinnern.

Den Anfang machen ca. ein Dutzend Trommelgruppen 





Die auch wenig anderes taten als Trommeln, und das auch sehr monoton:

Es folgten ca. ein Dutzend Trachtengruppen.




Dann gab es musikalische Abwechslung mit wenig bzw. nur sehr kleinen Trommeln:



Gefolgt von etlichen Trachtengruppen und weiteren Trommelgruppen und einigen Umzugswagen. Die Umzugswagen zeigten Darstellungen des bäuerlichen Lebens, Vorstellungen davon, wie das bäuerliche Leben vor beliebig vielen hundert Jahren ausgesehen haben könnte und etliche Erntedankfestmotive:






Schnapsbrennerei 




Schafe!

Olivenbaum 

Olivenpresse 

Wäscherei 

Nicht alle jungen Männer sprühten vor Begeisterung während der Teilnahme...

Rinder vor einem Heuwagen 


Erntedank!




Ziegen, Schafe und ein Hund

Ob die Tiere das so schön fanden?


Fassmacher. Böttcher.





Frauen, die arbeiten, und Männer, die Karten spielen.

Runde, die runde Trauben treten.

Fische



Nach vielen Stunden mit viel Geduld war es dann 19 Uhr und ich sehr hungrig.
Beim Spanferkelstand bestellte ich ein Brötchen mit Spanferkel und einen halben Liter Bier. Serviert wurden mir ein Brötchen mit Spanferkel und ein ganzer Liter Bier. Überzeugt, dass dies die Belohnung war für meine stundenlange Geduld war, nahm ich das unverhoffte Geschenk gerne an und durfte auch eine schnelle Wirkung spüren.
Ich versuchte dann den Rückweg zum Treffpunkt mit Volker und kaufte mir ein unbekanntes Dessert: Fartura unidad. Eine  Fettkringelstange. Etwas gestärkt übte ich mich in Geduld beim Überqueren der Brücke und dachte mir am anderen Ufer: hier gibt's ja auch Farturas. Na, wenn die alle so klein sind, dann schaffe ich auch noch ein kleines Tütchen.
Serviert wurde mir eine große Tüte.

Überfüttert und leicht gemästet teilte ich meine fetten Süßspeisen mit Volker und wir fuhren in unsere Unterkunft, wo auch Peter die Faturas probieren durfte.

Etwas fettig übersättigt legte ich mich ins Bett 🙂



Die App zum Fest bietet viele Informationen und mit Google Lens lassen sich Screenshots auch übersetzen!

Grußwort von der
GEMEINDE




Wir präsentieren der Öffentlichkeit das Programm für die Feiras Novas 2025, in einem besonderen Jahr, in dem wir den 900. Jahrestag der Gründung von Ponte de Lima feiern. In nur einem Jahr feiern wir auch den 200. Jahrestag der Gründung von Feiras Novas. Diesen Namen erhielt die Stadt 1826, nachdem die königliche Genehmigung zur Ausweitung der damals in der Stadt zu Ehren der Schmerzensmutter abgehaltenen Feierlichkeiten erteilt wurde.

Bei der Auswahl von neun Schlüsselereignissen in der Geschichte der Ponte de Lima im Rahmen der 900-jährigen Geschichte ihrer Gründung wurde die Geburt von Feiras Novas als das bedeutendste Ereignis des 19. Jahrhunderts ausgewählt, was auf unbestreitbare Weise die große Bedeutung verdeutlicht, die diese wertvolle Manifestation unseres immateriellen Kulturerbes von nationalem Interesse und internationaler Ausstrahlung für die Bestätigung des Namens der Ponte de Lima hatte.

Es handelt sich um eine Tradition, die tief im Volksgeist verwurzelt ist und die die Einwohner von Limiano mit immer neuer Kraft an die nachfolgenden Generationen weitergeben konnten. In jüngster Zeit hat sie neben ihrer charakteristischsten Facette, die sie stets bewahrt hat, auch eine neue Bedeutung für die touristische und wirtschaftliche Aktivität der Region erlangt.

Noch in einiger Entfernung von den grandiosen Feiras Novas spüren wir bereits die Bewegung, das Treiben und die Aufregung in der Luft, die uns fast unbemerkt in die ersehnten Septembertage entführen wird, wenn die Straßen der ältesten Stadt Portugals Tag und Nacht mit einer Begeisterung gefüllt sein werden, die nur zu dieser Jahreszeit möglich ist.

Darauf scheint auch das hier gezeigte diesjährige Plakat der Künstlerin Catarina Vale aus Lima hinzuweisen, der wir zu ihrer Inspiration gratulieren.

Der Bürgermeister von Ponte de Lima

Vasco Ferraz

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Grußwort vom
RAT




Da sind wir wieder, die große Wallfahrt steht schon vor der Tür. Wir befinden uns fast auf dem Höhepunkt des großen Festzyklus der Gemeinde.

Bald wird dort der größte Kongress der Populärkultur und der Kultur Limas stattfinden, mit den Straßen und Plätzen der Stadt als Kulisse, zu dem Hunderttausende von Menschen strömen werden, die alle begierig darauf sind, auf ihre Weise an diesem großen Volksereignis teilzunehmen, dessen Ruhm bereits die Grenzen des Landes überschritten hat.

Diejenigen, die wie in alten Zeiten auf der Messe kaufen und verkaufen, die Musikkapellen, die Konzertinaspieler, die Trommelgruppen, diejenigen, die an den Prozessionen und Paraden teilnehmen, diejenigen, die einfach nur zum Zuschauen kommen, das Feuerwerk bestaunen oder den Bewegungen der Patrouillen folgen, sie alle tragen zu dieser Pilgerfahrt bei, die „Tag und Nacht“ dauert, um den Ausdruck zu verwenden, den die Menschen bereits geweiht haben, was bedeutet, dass das Festival in Ponte de Lima niemals endet und keine Sackgassen oder Ausfallzeiten kennt.

Es ist daher keine Überraschung, dass unsere Festivals heute die größte Kraft für die Menschen in Limeira darstellen und die wirkungsvollste Marke sind, die Ponte de Lima dem Land und der Welt zu bieten hat. Eine Marke, die bald auf eine zweihundertjährige Geschichte zurückblicken kann und die, anstatt ihren Glanz und ihre Sichtbarkeit zu verlieren, eine unerschütterliche und zunehmend bemerkenswerte Ausstrahlung genießt. Dies wird perfekt durch das diesjährige Poster veranschaulicht, das auf der Vorderseite dieser Publikation abgebildet ist. Es ist ein Werk der Künstlerin Catarina Vale, der wir für dieses schöne Werk aufrichtig danken.

Als Präsident des Stadtverbands von Feiras Novas ist es auch völlig fair, hier auf dieser Seite, am Ende dieser Zeilen, den anderen Mitgliedern des Vorstands des Stadtverbands von Feiras Novas und den anderen Leitungsgremien, den Mitgliedern des Festivalkomitees und den Mitarbeitern meinen herzlichsten Dank auszusprechen.

Ich möchte dem Stadtrat von Ponte de Lima, vertreten durch seinen Präsidenten, für die gezeigte Solidarität und Unterstützung danken, die geleistet wurde, um die notwendigen Voraussetzungen für die Planung und Durchführung der Feierlichkeiten zu schaffen.

Ich möchte diese Gelegenheit auch nutzen, um den Gemeinderäten, Institutionen, Einrichtungen, Vereinen, Kollektiven, den Geschäftsleuten, Händlern, Produzenten und Landwirten der Gemeinde sowie den Sponsoren und allen, die direkt oder indirekt dazu beigetragen haben und beitragen werden, dass die Feierlichkeiten Wirklichkeit und Erfolg werden, zu dem natürlich alle Menschen von Limianos gehören, zu danken.

Abschließend möchte ich die übliche Einladung an uns alle aussprechen, uns bei diesem großartigen Volkstreffen, den Feiras Novas, zu treffen.

Der Präsident des Gemeindeverbandes von Feiras Novas

Gonçalo Pereira Rodrigue


Samstag, 13. September 2025

Cascatas do Rio Cabrão

Am Samstag Vormittag machten wir einen kurzen Spaziergang zum Wasserfall vom Cabrão. Ein kurzer steiler Aufstieg, mit kleinem Abenteuer, belohnte mit schönen Aus- und Ansichten.



Unschön fiel auf, dass der australische Eukalyptus nahezu alle anderen Baumarten verdrängt hat. Ein Eukalyptuswald in Portugal...


Donnerstag, 11. September 2025

Viana do Castelo

Laut Reiseführer eines der hübschesten Städtchen Nordportugals. Und trotz einiger missglückter Neubauten wollen wir das gern glauben!

Da der Wind erst noch ein paar Regenwolken vertreiben musste, bis das reale Wetter mit der Vorhersage übereinstimmte, ging es erstmal auf das Museumsschiff Gil Eannes.

Es begleitete einst die portugiesische Bacalhao-Flotte bis vor Neufundland als schwimmendes Hospital.






Auch das Städtchen gefiel uns gut, kleine Gassen, alte Häuser und der Hafen an der Flussmündung des Lima.

Alt und neu oder: Beton ist, was man daraus macht (oder auch nicht) 







Der Fischerhafen garantiert frisches Seafood am Abend und sorgt für schöne Aussichten und Ansichten...

Was schwimmt denn da? Meeräschen!




Doppelstockbrücke: oben Autos, unten Züge

Doch vor dem Abendessen ging es in die Konditorei, äh pastelaria Manuel Natário.

Neben leckeren Pasteis machen sie dort jeden Nachmittag frische Pfannkuchen (vulgo Berliner) für welche die Einheimischen ab 16 Uhr Schlange stehen! 


Danach entschieden wir uns nach einigem Hin und Her für das Restaurant mit den Papiertischdecken und wurden im Restaurante Covas nicht enttäuscht. 
Netter, herzlicher Service und perfekt gebratener Fisch. Und für Herbert gab es Taschenkrebs - Premiere!



Mittwoch, 10. September 2025

Regen in Jolda

Seit gestern Nacht regnet es im Minho. Gut gegen Waldbrände, schlecht fürs Gemüt.

Aber ein echter Birdwatcher lässt sich nicht abhalten! Und wird belohnt mit Sichtungen von Trauerschnäpper,  Grauschnäpper, Mönchsgrasmücken und Rotschwänzchen.

Und auch die Schafe grasen vor sich hin...




Der Schildkröte im Teich ist das Wetter sowieso egal.

Später ging es dann Richtung Sonne an die Küste...