Montag, 16. Februar 2026

Curaçao - Dushi

Dushi - ein vielfach verwendbares Wort für engstehende Lieblinge, Fremde, die herzlich Willkommen geheißen werden, und die schönen Seiten des Lebens.

Dushi - Schön - nun...

Aruba hat sich sehr viel Mühe gegeben auf den ersten Blick für alle Touristen schön (und teuer!) zu sein: ganze Straßenzüge wurden schönsaniert (in den Nebenstraßen war es dann aber auch schäbig). Curaçao ist da ehrlicher: Einzelne Gebäude und die Einkaufszentren sind touristisch hergerichtet. Dazwischen stehen verfallene Gebäude aus der Zeit des Sklavenhandels, verfallene Ex-Bankgebäude (seit Assoziation mit der EU ist hier die Geldwäsche offiziell verboten), verfallene Einzelhandelsgeschäfte, die wahrscheinlich von der COVID-19 Pandemie hingerafft wurden und im Hintergrund eine größtenteils stillgelegte Ölraffinerie, weil seit vielen Jahren das venezolanische Rohöl sanktioniert wird/wurde.

Curaçao war schon immer ein Freihafen und daher schon immer interessant für alle, die kontrollfrei Waren loswerden wollen. Hier wurden Waren und Sklaven umgeschlagen. Dies kann erklären, weshalb die Festungen, die die Hafeneinfahrt schützen, vergleichsweise klein wirken (im Vergleich zur gigantischen Festung von Cartagena de Indías in Kolumbien): Freibeuter und Piraten nutzten den Freihafen, um Waren zu verkaufen und die Spanische Kolonial-Konkurrenz hatte genug damit zu tun, dem Festland das Gold auszupressen.

Heute werden statt Zucker und Sklaven dort zollfrei Schmuck und Uhren verkauft. 

Rund um die Hafeneinfahrt tummeln sich daher viele schöne alte Kontorhäuser und alte Lagerhäuser im holländischen Stil in allen möglichen Farben des Regenbogens, bei Tag und bei Nacht! 






Pride 2025🏳️‍🌈

Und die Festung Backbord (beim Einlaufen in den Hafen links) ist zur Mall umgebaut:

Und die Festung Steuerbord (beim Einlaufen rechts) wurde von jemandem mit Beton überbaut und der war dann irgendwann pleite:

Poco poco - gemach, gemach.

Wir dachten ja, in der Karnevalswoche wären hier ununterbrochen alle betrunken. Dem ist erstaunlicherweise nicht so. Der Karneval ist tatsächlich ein Karneval der Paraden: die Pferdeparade, die Kinderparade, die Teenagerparade, die Bandabou-Parade, die große Gran Marcha Parade, die Teenager-Abschiedsparade und die große Abschiedsparade. Der Großteil der Insel läuft auf der Parade mit und der kleine Rest sieht zu und futtert. Die essen schier ununterbrochen beim Gucken. Und die drei Geschäfte, die am Straßenrand Bier verkaufen... Poco Poco... Legen eine in-sich-ruhende Geschäftsuntüchtigkeit an den Tag...

Poco Poco, dushi.

Gran Marcha 

Noch hat der Ölkonzern Sponsorengelder übrig...













Und wir haben eine ganz liebe tagtäglich wiederkehrende Gästin in unserer Unterkunft, die sich regelmäßig Streicheleinheiten und Futter abholt:




Politisches ABC

Dank Wikipedia kann man verstehen, dass Curaçao ein Land mit niederländischem Königshaus ist, aber ohne EU-Mitgliedschaft (jedoch mit EU-Assoziation).

Quelle: Wikipedia "Königreich der Niederlande"

Curaçao, Willemstad, Montag, 16. Februar, kurz vor zehn.



Freitag, 13. Februar 2026

Aruba - One Happy Island

"One Happy Island"

Dieser Werbeslogan der Insel steht sogar auf jedem Nummernschild. Entzückend ist auch die Street Art Wandkunst in San Nicolas:

Ist das nicht schön? Und die auf diesem Wandgemälde dargestellten Tiere haben wir alle schon gesehen! 

Wir kamen, wir sahen, wir trockneten unsere Kleider. Nach den tagelangen Regenfällen in Costa Rica waren wir von der Wüsteninsel Aruba glücklich und trocken empfangen worden. Vor dem Flughafenausgang spielte ein Straßenmusikant mit so einer Steeldrum; Wie in einem Werbespot. Den ersten Abend verbrachten wir auf unserer Coral Reef Beach Apartments Terrasse mit Sonnenuntergang:

Nebenan befindet sich das Flying Fishbone Restaurant. Im Reiseführer wird der "spektakuläre Ausblick" auf den Sonnenuntergang beschrieben. Bei gutem Wetter, ist sogar das Festland sichtbar. Wir haben Venezuela tatsächlich gesehen! Diesen spektakulären Ausblick haben wir täglich, und zum Frühstück ebenfalls. Im Flying Fishbone gibt es aber auch leckeres Essen und leckere Cocktails:

Mit dem "Birds of Aruba, Bonaire & Curaçao" Buch vorbereitet, machten wir uns anderntags auf in die Spanische Lagune und konnten unsere Vögelliste weiter auffüllen. Ganz entzückt waren wir von dem Anblick der Kanincheneulen. Die graben wie Karnickel ihr Heim im Erdboden. Die kannten wir sonst nur aus den TV-Dokumentationen. 

Wer die Eule findet, ist ein Birdwatcher!

Der winzige Blue-tailed Hummingbird war auch hübsch, aber richtig shiny war der Ruby-Topaz Hummingbird!

Gute Fotos gelangen uns allerdings nur von den Tieren, die still standen:

Aruba whiptail lizard (Cnemidophorus arubensis)

Royal Tern (Thalasseus maximus)


Und natürlich von der Street Art in San Nicholas! 🎨 

Die Polizei-Station 




San Nicolas erlebte einen Boom mit dem Bau einer Ölraffinerie. Die ist geschlossen und man versucht nun mit Street Art, Bars und Boutiquen vom Tourismus zu profitieren. 

Tanks der alten Raffinerie 

Industrie-Museum


Blick auf Raffinerie

Eines schönen Nachmittags schnappten wir uns ein Kayak von unserer Unterkunft und paddelten los. Direkt vor unserer Terrasse ist eine sehr schmale, sehr lange Insel. Diese Insel, eine Mischung aus Korallenresten vergangener Zeitalter, Felsen, Erde, Mangroven, verrottenden Hütten und Treibholz, bildet eine natürliche Barriere und macht die Karibik direkt vor unserer Nase flach und ruhig wie einen Pool mit stetigem Meerwasserzufluss. Auf dieser Insel war ein Selfie natürlich Pflicht:

Da hinten wohnen wir

Inzwischen hat uns eine Schlechtwetter-Lage erreicht und wir wurden zwei Mal bis aufs Hemd durchnässt. Das hat uns zwischendurch etwas verstimmt. Gleichzeitig konnten wir zu Einheimischen Kontakt aufbauen und durften einige Insider-Geschichten von Aruba erfahren:

Die Azur Residence ist ein Fake.

Die (nutzlose) Straßenbahn von Oranjestad war nichts anderes als ein riesiges Geldwäscheprojekt.

In der Grundschule lernen Kinder mit holländischen Büchern und sprechen im Unterricht Papiamentu (kreoloischer Mix aus Spanisch und Portugiesisch).

Eigentlich sprechen alle Englisch, wegen der Touristen.

Die Latina Putzfrauen sprechen fast nur Spanisch.

Nur die blonden Weißen sprechen niederländisch und schreiben niederländische Schulbücher.

Es gibt auch Windmühlen und schlimme Hotelbauten.


Karneval in San Nicolas 

Zum Schluss konnten wir am letzten Abend vor unserem Weiterflug nach Curaçao den Karneval in San Nicolas für zwei Stunden besuchen:







Aruba, Freitag, 13. Februar, 9:59 Uhr