Sonntag, 8. März 2026

Guadeloupe

Guadeloupe ist eigentlich keine Insel, sondern ein Archipel. Die beiden Hauptinseln, Haut-Terre und Basse-Terre liegen wie die Flügel eines Schmetterlings nebeneinander, nur durch eine sumpfige Lagune getrennt. Darum herum liegen ein paar kleinere bewohnte und unzählige noch kleinere unbewohnte Inseln.

Wie ein Schmetterling im Wind ist auch der Service. Immer wenn man denkt, jetzt kommt die Bedienung (das Essen, der Shuttleservice, der Schlüssel zum Mietwagen oder, oder...), dann war es doch wieder nichts. Beim letzten Versuch, in einem Restaurant was zu essen zu bekommen,  warteten wir eine Stunde (ohne Brot , ohne Cracker, ohne nichts) auf einen zu simplen und zu teuren Vorspeisensalat. Immerhin bei schöner Aussicht...

Seitdem wird selbst gekocht (siehe Insta). Es sei denn, die Gasflasche ist gerade leer... 

Trotz aller Widrigkeiten konnten wir die Schönheit der Inseln genießen. Unser großes Haus (das kostenpflichtige Upgrade hat sich gelohnt) liegt in einer hübschen Siedlung mit schmucken Häusern und schönen Gärten auf Basse-Terre. Da konnte man zwischen den Regenschauern einen Spaziergang machen. Apropos Wetter: das war so launisch wie die Bedienung. 

Basse-Terre ist trotz des irreführenden Namens der Flügel mit Gebirge samt Vulkan (siehe letzten Blogeintrag) und dank höherer Niederschläge im Inneren dicht bewaldet, was uns zu einer weiteren Wanderung im Nationalpark veranlasste. Sie führte uns durch dichten, schönen Bergregenwald über steile, steinige Pfade zum oberen Wasserfall. 









Da es wieder heftig zu regnen begann, sparten wir uns den glitschigen Weg zur Badestelle und machten lieber einen kleinen Umweg zum unteren Wasserfall.



Am Ende konnte Herbert noch die Antillen-Finken füttern!



Füttern durfte man auch diverse Tiere im Botanischen Garten, den wir einen anderen Tag besuchten. Franzosen interessieren sich ja bekanntlich nur für Tiere, die man essen kann oder hübsch aussehen. Daher gab es Kois, Loris und Ziegen. Die Hühner, die überall auf der Insel frei herumlaufen, bilden da eine gute Kombination. Sie sind tatsächlich Nachfahren des wilden Bankavia-Huhns, wenn auch mittlerweile das Haushuhn eingekreuzt wurde.





Welcher Botanische Garten hat so eine Aussicht zu bieten?!

Wir machten auch einen Abstecher auf Haute-Terre. Über die immer verstopfte Route Nationale ging es am wirtschaftlichen Zentrum Point-a-Pitre vorbei nach Gosier. Angesichts der zunehmenden Wolken und der steifen Brise verzichteten wir auf das Schwimmen und machten einen Spaziergang zu den Anglern und Pelikanen.

Am Strand konnten wir in einer Strandbar auch etwas essen. Den Kaffee zum Schluss mussten wir am Kassentresen abholen, da die Bedienung es nicht mehr bis zu den Tischen schaffte, weil es schüttete und stürmte.




Am letzten Tag fuhren wir noch einmal ans Meer, an den sehr schönen Plage de Clugny. An den Picknickplätzen oberhalb feuerten die Einheimischen die Grills an, etwas weiter strandabwärts fanden wir ein stilles Plätzchen zwischen Lagune und Meer. Den ersten Regenschauer nutzten wir noch zum Schwimmen, der zweite war dann Anlass zu gehen. Kaum zurück, schien wieder die Sonne. Aber wozu gibt es Terrassen?! Sogar der Whirlpool funktionierte schlussendlich. 




Merke: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Getränke! 



Und dazu das abendliche Froschkonzert. Nicht größer als ein Daumennagel, aber so laut, dass man es drinnen durch die geschlossenen Jalousien (Glasfenster gibt es nicht) hört!


Mittwoch, 4. März 2026

Guadeloupe - La Soufrière

Neben Stränden und schönen Küsten hat Basse-Terre auch die höchste Erhebung der kleinen Antillen zu bieten, den Vulkan La Soufrière mit 1467 m.  Natürlich wollten wir da rauf und den ihn umgebenden Nationalpark besuchen. Wir waren früh aufgestanden und standen erst einmal im Stau. Und als wir ankamen, regnete es. Und die extraleichten Regenjacken, die wir für derartige Situationen vorher gekauft hatten, lagen natürlich noch im Koffer. Wir machten uns unverdrossen auf den Weg, ignorierten die Pools mit warmem Thermalwasser (hatten wir in Costa Rica zwei Mal) und stiegen durch dichten, aber niedrigen Bergregenwald auf. Nach einiger Zeit änderte sich die Vegetation abrupt, statt Bäumen gab es niedrige Sträucher, Bromelien und Farne; aus Regen wurde dichter Nebel. Wir waren jetzt in den Wolken.






Bärlappgewächse



Der Vulkan brach das letzte Mal 1976 aus, ohne dass es zu größeren Schäden kam. Dass er noch immer aktiv war, konnten wir an den Schwefelgasen riechen, das an einigen Stellen austritt. 


Wir kraxelten bis zum Gipfel, während Herbert auch die letzten Meter gegen den heftigen Wind bis zur höchsten Stelle kletterte, blieb ich der bunkerartigen Schutzhütte. Dort flog zu unserer Überraschung auch ein Kolibri herein, um an den mineralienreichen feuchten Betonwänden zu lecken. Selbst an diesem stürmischen, feuchten Ort brummt der kleine Vogel herum!



Während des Abstiegs war es trockener, sogar die Sonne brach zeitweise hervor, zerteilte den Nebel und gab den Blick bis zum Meer frei. 




Als alternative Route wählten wir einen asphaltierten Wirtschaftsweg, der durch sehr dichten Regenwald führte. Mungos liefen uns über den Weg und die seltene Schnurrbart- Erdtaube.

Nach vier Stunden wieder am Parkplatz angekommen, schien dann endgültig die Sonne...

Der frühe Vogel wird nass!

Guadeloupe, 4. März 2026, 17:52 Uhr



Sonntag, 1. März 2026

Saint-Martin

Auf der Insel St. Martin liegen das niederländische Sint Maarten und das französische Saint-Martin.

Während wir eine Ewigkeit darauf warten mussten, dass unser Mietwagen zur Verfügung gestellt wurde, durften wir im Büro der Mietwagenfirma folgendes Schild lesen:

Nachdem es uns gelungen war, unsere Gewaltfantasien in Zaum zu halten, um in dieser inkompetenten Firma die Arbeitsmoral nicht durch Peitschenhiebe zu erhöhen, hatten wir nach 90 Minuten Wartezeit endlich die Autoschlüssel in den Händen. Schnell fuhren wir zu unserer Unterkunft am französischen Oyster Pond in Saint-Martin.



Die unmittelbare Nachbarschaft war überraschend ruhig.



Wir entspannten uns mit Netflix, Lesen und Wein aus dem Supermarché.

Beim Einkaufen entdeckten wir einige schmucke Häuschen:


Die Doppelinsel gehört zu den Inseln über dem Wind, das heißt, dass regelmäßig Hurricans über die Insel fegen. Der letzte große, genannt Irma, zerstörte die Marina und das angrenzende Ressort unterhalb unserer Anlage.

Bildmitte die zerstörte Marina, rechts die grünen Dächer unsere Unterkunft 

Die Hotelanlage markiert die niederländisch-französische Grenze



Die Winde bringen aber auch regelmäßig Regen, die Insel mit ihren grünen Hügeln war ein echter Kontrast zu den trockenen ABC-Inseln. Die Küstenvegetation mit Kakteen und Akazienbüschen erinnerte ein wenig an Bonaire, besonders, als dort auch wilde Esel auftauchten...





Und wir aßen lecker Abendessen!