Samstag, 27. Juni 2026

Roman(t)ische Tour in und um Tournus

Burgund gilt ja als Wiege der romanischen Kultur mit seinen vielen berühmten Abteien von Benediktinern bis Zisterziensern, aber auch interessanten kleinen Dorfkirchen.

Also, rauf aufs Rad und raus aus dem hübschen, heißen Tournus in das ländliche Burgund.

Die Strecke führt durch schönste Landschaft, über reife Weizenfelder streicht der Rotmilan, grüne Sonnenblumenfelder und Weinberge wechseln sich mit gelbem Senf und Wiesen mit weißen Charolaise-Rindern ab. Ich bin ob der hügeligen Landschaft und der sengenden Hitze froh über das E-Bike. Gelegentliche kleine Wäldchen und Alleebäume schaffen kleine Schatteninseln.


Die erste Kirche in Farges-les-Mâcon ist leider geschlossen, aber Kirche und Dorf Uchezy entschädigen dafür. 



Uchezey: 




Hinter Chardonnay (genau, wie die Traube) wird auf einen "Pierre de Matafin" hingewiesen. Hinkelstein? Keltische Richtstätte? Mal gucken, die Schilder zeigen vage auf das nichts einer gemähten Wiese, aber ich habe ja dicke Reifen und das Heu duftet. Das Resultat war enttäuschend, aber der lichte Eichenhain wunderschön.


Weiter ging's nach Ozenay, deren Kirche man die 800 Jahre schon ansah. Der bröckelnde Putz legte ältere Fresken frei, das Loch in der Portalrosette wurde vom Hausrotschwanz als Flugloch genutzt, um in einer Wandnische zu brüten. Im Dorf gab es noch ein schönes Chateau und ein geschlossenes Restaurant.




Ich machte mich auf den Rückweg nach Tournus ans Ufer der Saône. 

Nach kurzem Picknick am Wasser besuchte ich noch die Kathedrale von Tournus, eine alte Pilger- und einstige Klosterkirche der Abtei St. Philibert. Die hohe romanische Kreuzbasilika samt Seitenschiffen und gotischen Kapellen wirkt hell und fast etwas zeitlos, wären nicht Orgel und Kanzel, könnte man auch eine Episode Game of Thrones drehen. 





Es gab auch noch alte Mosaiken aus dem 12. Jh., zufällig(?) mein Sternzeichen! 

Hinter der Kirche und entlang der Saône zieht sich das hübsche Städtchen Tournus, in dem es eine gute Fromagerie mit einer entzückenden älteren Dame hinter dem Tresen, einen guten Weinladen mit einer ebenso netten und kompetenten Verkäuferin und ein niedliches Studiette in einem uralten Gemäuer gibt, mit einem Louis-Philippe-Bett, indem mein Vermieter einst schlief. (Der muss damals aber noch kleiner als 1,80m gewesen sein, ich passte gerade mal so rein.)