Mittwoch, 24. Juni 2026

Tour des vignes et des Etangs

Fahrradfahren ist vielleicht nicht das erste, was einem bei so einer Rekord-Hitzewelle einfällt, aber erstens ist es in der Stadt noch heißer als mit Fahrtwind auf dem Land und zweitens gibt es E-Bikes. Da muss man auch in die Pedale treten, aber man fällt nicht gleich mit Hitzschlag vom Rad.

Ich wählte von Beaune aus die Tour des Vignes durch die Weinberge bis Santenay, also durch die Spitzenlagen der Côte de Beaune. 

Rechts Reben, links Reben, auch wenn hier die großen Crus für 30 € aufwärts wachsen, es sind doch Monokulturen. Und auch wenn viele hier biologisch oder integriert arbeiten, der leichte Geruch von Kupfersulfat in der Luft verrät: ganz ohne Chemie geht es nicht.


Übrigens: qWenn man den Leuten bei der (Hand-)Arbeit im Weinberg in der Mittagshitze zusieht, ist man beim Thema Preis gleich ein bisschen versöhnlicher...

Aber die Radwege sind in bestem Zustand, der Blick weit und die Dörfchen hübsch. Entlang der Strecke gibt es prima Rastplätze mit Fahrradständern, die Beschilderung ist (zumindest, wenn man in Beaune die richtige Route gefunden hat) lückenlos und klar.

Und in den Dörfern stehen auch Trinkwasserspender bereit, worauf ich freundlicherweise gleich in Volnay und Pommard hingewiesen wurde. Überhaupt Wasser! Hier kriegt man selbstverständlich eine Karaffe Leitungswasser zum Wein oder Kaffee auf den Tisch. Da könnte sich die deutsche Gastro mal ein Beispiel nehmen. Mir wurde im Restaurant und im Café auch angeboten, meine Trinkflasche aufzufüllen. 

Volnay

Meursault. Die können Weißwein...😋

Meursault

Lecker hausgemachtes Marc-de-Bourgogne-Eis!

Puligny-Montrachet

Lage, Lage, Lage! Gilt auch für Premier Cru.

Auch auf dem E-Bike kriegt man irgendwann Hunger...

Im "Kabane" in Chassagne-Montrachet, dazu ein Mercurey 1er Cru, miam!

Danach beschloss ich dann, auf Santenay zu verzichten und gleich nach Chagny zu fahren, um von dort die Teichroute - Voie des Etangs-  zurück nach Beaune zu nehmen.

Die führte zunächst durch andere Monokulturen, Mais und Weizen. Aber bald wurde es kleinteiliger und bäuerlicher, endlich mal Senffelder, auch Wiesen, Eichenhaine und sogar Gerste. Auch die Piste war jetzt rustikaler, Schotter statt Asphalt, aber auch meist gut ausgeschildert.

Irgendwann ging es dann auch entlang der versprochenen Teiche, auf denen aber keine einzige Ente schwamm. Ich vermute, die schmecken zu gut...

Senf, erntereif 



Nach knapp 50km bei knapp 40° und 6 Stunden on tour bekam ich dann doch noch mal Appetit...

Aber erst nach 1std Siesta und 2 Litern Wasser!