Zwischen den Bergen Huayna Picchu (Quechua: junger Gipfel, im Bild hinten) und Machu Picchu (Quechua: alter Gipfel, nicht im Bild) liegen die Inkaruinen mit unbekannten Namen.
Inzwischen ist Machu Picchu in aller Munde und die Ruinen wurden nach dem Berg benannt, das Dorf Agua Caliente wurde in Machupicchu Pueblo, also in Machupicchu Dorf, umbenannt, diverse Hostels, Hotels, Reisebüros, Gruppenfahrten, Busse und Taxis tragen die Aufschrift Machu Picchu und dabei wird mal alles getrennt- oder mal alles zusammmengeschrieben.
Der Inka-Name der Inka-Ruine ist nach wie vor unbekannt.
Die Stadt wurde auf dem Bergkamm zwischen Huayna Picchu (Quechua: junger Gipfel) im Norden und Machu Picchu (Quechua: alter Gipfel) im Süden errichtet. Östlich und westlich von der Stadt gibt es weitere (namenlose) Gipfel. Alle der vielen Tempelanlagen sind astronomisch nach Himmelsrichtungen und nach den Sonnenständen zur Wintersonnenwende, Sommersonnenwende und der Tag-und-Nacht-Gleiche im Frühling und Herbst ausgerichtet. Da die Berggipfel fast genau in den jeweiligen Himmelsrichtungen liegen, sind die Inka-Architekten und Inka-Astronomen mit diesen Bergen in einen architektonischen und astronomischen Dialog getreten: auf den Gipfeln wurde Gebäude errichtet oder Abbilder der Gipfel wurden in der Stadt errichtet.
Frappierende Ähnlichkeiten zwischen den bearbeiteten Steinen und Felsen im Vordergrund zu den Bergen im Hintergrund:
In den Tempelanlagen gibt es etliche Fenster, Vorsprünge, Felsnadeln und Steine, die nur bei ganz bestimmten regelmäßigen astronomischen Fallkonstellationen und zu bestimmten Uhrzeiten beleuchtet oder beschattet werden.
Dies ist der Sonnentempel zur Sommersonnenwende:
Und wenn hier (im Haus des Inka-Königs) die Sonne durchscheint, steht die Sonne im Zenit: 12 Uhr mittags.
Diese bearbeitete Felsnadel wurde zur Bestimmung von Tag und Nacht Gleiche genutzt:
Bei klaren Nächten haben die Inkas die Sterne beobachtet. Da das Kopf-in-den-Nacken-legen schnell Schmerzen bereitet, wurden Spiegel zur Himmelsbetrachtung gebaut; Spiegel aus Wasser.
Im Zentrum der Stadt ist ein freier Platz, der durch die umliegenden Fundament Mauern eine erstaunlich gute Akustik bietet. Hier wurden zu Feiertagen mit Sicherheit Reden oder Predigten gehalten oder Darbietungen vorgeführt:
Die Architektur der Inkas ist erdbebensicher. Die Steine sind passgenau wie Puzzleteile und werden bei Erschütterungen nur gerüttelt und fallen dann zurück in ihre Position. Diagonal stehende Wände und Torbögen stehen sicherer als gerade Wände.
Und große Steine als oberer horizontaler Torpfosten tragen Erschütterungen weiter statt daran zu zerbrechen.
Die Bearbeitung der Felsen erfolgte in endlos vielen Schritten. Erst wenn die obere und untere Fläche eines Steines glatt war, wurde der Stein auf die Mauer gehoben. Die Seiten Links und Rechts waren noch unbearbeitet und hatten noch kleine Vorsprünge zum besseren Heben. Die Abschlussarbeiten, das Glätten und Polieren der Seiten, erfolgte am Bestimmungsort:
Zirka 40% der Bausubstanz sind sichtbar als Gebäude, Straßen oder Terrassenfelder. Die weiteren 60% sind Fundamente und Kanalisation. Die Inkas integrierten vorhandene Bergteile und Felsen in ihre Gebäude oder überbauten diese:
Laut Wikipedia strömen durchschnittlich 2500 Menschen täglich durch Machu Picchu. Unser Guide berichtete von Spitzentagen mit bis zu 7000 Menschen. Es lohnt sich, sich am frühen Morgen selbst zu stressen, um zu den ersten zu gehören und die Ruinen ohne Menschenmassen sehen zu können.
Machu Picchu, fast menschenleer:
Der Eintritt kostet für Gringos 40 US-Dollar (zu zahlen in devisenharten US-Dollar). Da sich die Straßen bei Machu Picchu und bei Cusco größtenteils in einem ziemlich schlaglochzerfetzen Zustand befinden und die Einheimischen offensichtlich nicht alle die beste Schulbildung genießen, fragen wir uns, was der peruanische Staat mit den 100.000 bis zu 200.000 US-Dollar täglich macht (jährlich sind das mindestens 36 Millionen devisenharte US-Dollar). Laut
Korruptionswahrnehmungsindex (englisch Corruption Perceptions Index, abgekürzt CPI) von Transparency International befindet sich Perú auf Platz 96 von 180 (BRD Platz 12).
Irgendwas ist immer.
Hotel Inkaterra, Aguas Caliente/Machupicchu Pueblo, Peru, 28.1.19 ca. 13:30 Uhr
Als würde man im Botanischen Garten wohnen: Die wunderschöne Anlage liegt am Rande von Aguas Caliente mitten im Bergregenwald. Wir blicken aus den Fenstern unserer Casita (Häuschen) auf bemooste Bäume und blühende Büsche, zwischen denen Kolibris schwirren.
Auf dem riesigen Gelände wurden Wege durch den Wald angelegt und Orchideen gepflanzt. Wir sahen Fuchsiensträucher, riesige Tausendfüßer und den Cock of the rock, Nationalvogel Perus. Und über dem Fluss ragt vor uns ein 350m hoher bewachsener Fels in den Himmel.
Cock of the Rock!
Zur Tea-Time genießen wir Bio-Tee von der eigenen Plantage.
Danach sitzen wir vor dem brennenden Kamin in unserer casita und lauscht dem Rauschen des nahen Flusses. Sollten wir noch in den Thermal-Pool?
Klingt seltsam, aber nach der dünnen Luft und der eher kargen Landschaft auf 3000m atmen und leben wir in der feuchten, mit ca. 22°C angenehmen Luft auf 2000m Höhe regelrecht auf, trotz des häufigen Nieselregens.
Und bei den zum Pisco sour servierten Chips dachten wir Trekkis nur: "There is no word for crisp on Ferenginar!" (DS9 S5.E7)
Bei Regen ist es auch wunderbar zu baden. Der Ort Aguas Calientes trägt seinen Namen zurecht: Die heiße Quelle wird durch die beiden Hotel-Pools geleitet (im Vordergrund):
Der Pisco Sour, wird vom Personal zum Pool gebracht, lässt sich prima im warmen Wasser genießen:
Zum Abkühlen dient der dritte Hotel-Pool (im Vordergrund):
Wer genügend Geduld aufbringt und neben der Futterstelle am Pool ausharrt, wird mit schwirrenden Kolibris belohnt:
Hauptsache, es ist kein Deutscher in der Nähe, wenn man mit Fernglas in der Hand im Pool feststellt: Der hat einen langen Schwanz! (Es geht um Kolibris, was sonst?)
PS: Auch kulinarisch hat es sich gelohnt. Neuandine Küche vom feinsten...
Mit Tieren ist es so eine Sache- nicht immer kommt man ihnen näher. Heriberto versuchte es mit Alpakas auf der Weide, ohne Erfolg.
Im Restaurant konnte es dann nicht mehr weglaufen... Erinnert geschmacklich an Lamm und Reh.
Dann hat es aber doch noch mit dem Foto geklappt, mit Cuzco im Hintergrund und Quechua- Frau daneben.
Den Meerschweinchen näherten wir uns dann gleich kulinarisch.
Este es un cuy:
Mit herrlichem Blick auf Cuzco:
Davor ein Pisco sour und dazu chicha morada.
Für empfindlichere Gemüter gab es aber auch manch Leckeres. Lomo saltado sind Rindfleischstücke in einer leicht säuerlichen Sauce mit Baumtomaten und Koriander, der asiatische Einfluss in der peruanischen Küche wird hier deutlich.
Aber manchmal tun es auch Empanadas mit Käse auf 3700m Höhe mit Blick auf schneebedeckte Gipfel.
Die Schneefallgrenze beginnt hier irgendwo ab 4800 Meter aufwärts. Das ist gleichzeitig die Grenze, die der höchste Berg der Alpen erreicht (Mont Blanc 4810 Meter). Wo hier der Schnee anfängt, hören in den Alpen die Berge auf.
Als kleines Mittagessen kann man unterwegs auch Choclo con Queso zu sich nehmen: