Sonntag, 18. Juli 2021

Das Optimistischste von Forst (Lausitz) ist dieser Schlagballspieler

Das Optimistischste von Forst (Lausitz) ist dieser Schlagballspieler










Krieg und wirtschaftlicher Niedergang haben tiefe Wunden gerissen, die immer noch zu sehen sind. Fabriken und Villen sind verfallene Ruinen mitten in der Stadt. Weder DDR noch BRD hatten Geld, Zeit und Interesse daraus was zu machen. Östlich der Neiße wurden ganze Stadtviertel nach dem Zweiten Weltkrieg dem Erdboden gleichgemacht. Die neuen Besitzer des Ostufers wollten unmissverständlich klar machen: das Ostufer ist nicht mehr Teil von Forst und auch nicht mehr nazi-deutsch. Nur noch die Brückenruinen erinnern an Schuld, Krieg und Verlust.















Samstag, 17. Juli 2021

Neiße-Radweg

Nach dem feucht-fröhlichen Abend gestern wurde es heute feucht-trüb. Mit leichtem Nieselregen verabschiedeten wir uns vom Schlosspark und entgingen dem ersten größeren Schauer in einem Wartehäuschen. Dann ging es durch hübsche Dörfer und Wiesen an der Neiße entlang, die Sonne kam heraus und brachte dampfende Schwüle.

Der Ziegenhof in Pusack versorgte uns mit leckerem Käse, den wir mit Blick auf die Neiße genießen konnten.


Hier gab's sogar einen Eisvogel!



Doch schon kam der nächste Schauer, da flüchteten wir uns noch auf einen Kaffee zur Frau, die spinnt. Also richtig. Mit Rad. Und eigener Wolle.

Kaum saßen wir wieder auf dem Sattel, wurde es nass. So richtig nass. So bis-auf-die-Unterhose-nass.

Auf den letzten Kilometern klarte es auf, der Wind blies die Wolke Richtung Polen und wir genossen den asphaltierten Weg auf dem Deich.

Die Rohrsänger knarrten im Schilf, Goldammern fragten "Wie wie wie hab ich dich lieb?", Lerchen trällerten und Schwarz- und Rotmilane segelten über uns.

Ein Bussard kackte uns verärgert vor das Rad, als wir ihn von seiner Warte aufscheuchten. Wäre das Grollen in der Ferne und die nassen Klamotten nicht gewesen, wir hätten uns mehr Zeit gelassen.




In Forst bereitete uns das Ehepaar Dörre dann einen warmen Empfang in der Ferienwohnung mit freundlichen Worten, guten Tipps und Quarkspeise im Kühlschrank.   



Das Wahrzeichen von Forst: der Wasserturm. Sonst gibt es kaum noch ältere Gebäude oder Sehenswürdigkeiten in Forst...


Und die Pension Dörre verabschiedete uns mit einem guten Frühstück...


 

Kulturhotel Fürst Pückler Park

Das Kulturhotel Fürst Pückler Park liegt am idyllischen Marktplatz direkt am Park. Der Marktplatz ist weitestgehend still, denn andere Restaurants, Bundesstraße und Grenzübergang liegen mehrere hundert Metern die Straße hinunter. Geziert wird der Marktplatz von einem Brunnen. Das Hotelrestaurant bietet Sitzplätze innen als auch auf dem Markt an.

Gestern konnten wir das Fürst Pückler Menü im Restaurant genießen.


Es war sehr lecker und das Personal sehr freundlich. Arbeitslose Sachsen scheint es nicht zu geben, denn wenn es so viele verzweifelte Arbeitslose gäbe, würden die ja in deutschen Restaurants arbeiten. Stattdessen wurden fast ausschließlich polnische Servicekräfte mit exzellenten Hochdeutsch Sprachkenntnissen angeworben, die offensichtlich auch weite Anfahrtswege in Kauf nehmen. Die Führungspositionen sind in fester deutscher Hand.


Diese schöne Foto hat eine der sehr freundlichen polnischen Kellnerinnen gemacht:


Der Tisch war gedeckt mit entzückenden rosa Tafelkerzen, rosa umrandeten Tellern, rosa Papierservietten (liegend) und einer zum Turm gerollten Stoffserviette (fast 30 cm hoch).

Der erste Gang war eine leckere kleine Pastete gefolgt von einer Flusskrebs-Suppe.



Den Hauptgang bildete das Fasanen Duett mit Portwein Birne und Frischkäsflan.




Gerahmt von Weißwein waren wir sehr froh, dass das Weißweingelee nahezu leicht daherkam:


https://kulturhotel-fuerst-pueckler-park.de/



Freitag, 16. Juli 2021

Oh, wie entzückend, das Schloss!

Wer im Fürst Pückler Park lustwandelt wird schnell bemerken, dass der Fürst sein Handwerk verstand: Sichtachsen, Sichtachsen, Sichtachsen. Beim ersten Eintritt in den Park sind nur Bäume und Sträucher zu sehen. Bereits wenige Schritte weiter gibt eine Sichtachse den Blick frei: "Oh, wie entzückend, das neue Schloss!"



Wäldchen, Büsche und Laubengänge bieten Schatten und beim Heraustreten erscheint plötzlich zur Linken "Oh, wie entzückend: ein kleiner Wasserfall!"


Sehr empfehlenswert ist der Aufstieg zum Pavillon "Gloriette", denn auch hier eröffnet sich eine bezaubernde Sichtachse: "Oh, wie entzückend, das Schloss!"

Ein Spaziergang rund um die alten Stallungen kann mit einem leckeren Eis versüßt werden und beim Flanieren über ein zugewachsen anmutendes Brückchen wird das Auge freudig überrascht: "Oh, wie entzückend, das Schloss!"



Komplettiert wird das Entzücken von einem Schwanenpaar mit Nachwuchs:

Die Rasenflächen sind englisch kurz gemäht und münden in weitläufige Wiesenflächen die unregelmäßig, mal kürzer, mal länger, mal früher, mal später gemäht werden. Auch wenn es chaotisch anmutet, es folgt einem Plan. Und wer auf einer Anhöhe auf einer Bank Platz nimmt und über das sich im Wind wiegende Wiesenmeer blickt, wird ausrufen wollen: "Oh, wie entzückend, das Schloss!"

Der Rad-Sparziergang führt weiter und weiter und auch bei etlichen weiteren Gelegenheiten: "Oh, wie entzückend, das Schloss!"







Selbst im Hinterhof auf dem Hotel Parkplatz erscheint: "Oh, wie entzückend, das Schloss!"