Innerhalb von 24 Stunden sahen wir den vom Aussterben bedrohten großen grünen Ara (Bechsteinara oder Große Soldatenara (Ara ambiguus)) und den Königsgeier (Sarcoramphus papa)!
Und noch diverse kleinere Vertreter der Vogelfamilie: White-fronted Nunbird (Monasa morphoeus), Pale-vented Pigeon (Patagioenas cayennensis), White-necked Jacobin (Florisuga mellivora), Dusky-capped Flycatcher (Myiarchus tuberculifer), Stripe-breasted Wren (Cantorchilus thoracicus), White-breasted Wood-Wren (Henicorhina leucosticta), Fasciated Antshrike (Cymbilaimus lineatus), Great Tinamou (Tinamus major)... und mehr. Auf Augenhöhe in unserem Baumhaus, mit dem Zeiss Spektiv, gelangen uns tolle Fotos:
White-necked Jacobin (Florisuga mellivora)
Red-lored Amazon (Amazona autumnalis)
White-crowned Parrot (Pionus senilis)
Unser Balkon gab auch den Blick auf Säugetiere frei:
Bei einem Spaziergang konnten wir dann vier große grüne Soldatenaras sichten und deren Rufe aufzeichnen:
Bei noch einem weiteren Spaziergang eine Aufnahme mit dem Zeiss Spektiv machen:
Buffet
Zum Frühstücksbuffet gibt es außerdem ein Bananenbuffet für Tauben, Orange-chinned Parakeet (Brotogeris jugularis) und dem Weibchen vom Scarlet-rumped Tanager (Passerini's) (Ramphocelus passerinii passerinii):
Das Restaurant bietet viele und vielfältige Sitzgelegenheiten.
Es gibt Glasfaseranschluss bis zum Baumhaus WiFi Router! 🤖
Und nachts eine Begegnung mit der schnellsten, giftigsten und tödlichsten Schlange von Costa Rica!
Fer de Lance / Terciopelo-Lanzenotter (Bothrops asper)
Wer es vor Eintritt des Todes in ein Krankenhaus schafft, darf mit langwierigen Komplikationen rechnen:
"Die Terciopelo-Lanzenotter wird mit bis über zwei Meter Körperlänge sehr groß, ist leicht erregbar, bewegt sich sehr schnell und ist extrem giftig. Sie ist innerhalb ihres Areals für den Großteil der Vergiftungen durch Schlangenbisse und jährlich für zahlreiche Todesfälle verantwortlich. Viele Patienten, die den Biss überleben, bleiben durch schwerste Gewebezerstörungen und Gliedmaßenverluste lebenslang behindert."
(Die Bilder im Wikipedia Artikel sind wirklich gruselig!).
Regen
Mit großer Zufriedenheit konnten wir dann am Morgen den Regen im Regenwald friedlich betrachten und filmen: 30 Minuten Regen im Regenwald, sonst nichts.
Obwohl wir wissen, dass die nächste Unterkunft nur hundert Meter Luftlinie entfernt ist, erscheint sie uns meilenweit entfernt. Wir haben eine Hängematte auf dem Balkon. Wir haben eine Dusche im Baumhaus und außen eine weitere Dusche auf dem Baumhaus-Badezimmer-Balkon.
Tamarindo Baumhaus
Überdachter Balkon mit Hängematte
Schlafzimmer mit Fensterfront
Links: Dusche innen. Rechts: Dusche außen.
Dusche außen.
Die Fliegengitter vor den großen Fenstern sich schräg angebracht, sodass hinaus, nach unten und um die Ecke geblickt werden kann:
Fledermäuse als stille Mitbewohner
Die Vögel befinden sich auf Augenhöhe.
Und das beste ist: Wir haben schon mindestens 185 Arten gesichtet (die Liste wird ja täglich länger). Die Scarlet-Rump-Tanagare an der Futterstelle vor der Rezeption und die Mangroven Schwalben am See kennen wir schon zur Genüge. Wir können uns einfach mal zurücklehnen und nach den Raritäten in Baumkronenhöhe Ausschau halten: vom Bett aus!
Das Tamarindo Baumhaus in der Maquenque Lodge ist an mega scharfer Originalität kaum zu überbieten. Zugleich ist das die Unterkunft mit dem besten Standards. Heißes Wasser auch am Waschbecken, bequeme Sitzmöbel und Queensize-Betten. Auch an Regenschirme, Gummistiefel und großen Kühlschrank wurde gedacht. Restaurant ist auch mal richtig gut.
Ob wir an den geführten Touren teilnehmen?
¿Nachttour mit Kaiman?
¡Hatten wir schon zu zweit nach dem Abendessen!
¿Bootstour mit Reihern und Krokodilen?
¡Golfo Dulce, Río Tárcoles, Río Tempisque, Palo Verde!
¿Birding Tour?
¡Über 185 Species!
Am ersten Nachmittag saß ich im Bett und entdeckte einen White-fronted Nunbird (Monasa morphoeus)! Und hörte Goldkehltukane!
In der ersten Nacht kehrte ich noch einmal alleine zur Gummistiefelstation zurück, um uns passende Paare zu suchen, da machte ich die nächste Entdeckung: Eine Katze!
Fast kniehoch, sehr schmal, grau, dunkel, irgendwie gestreift an den Hinterbeinen, schlenderte das Tier vor mir auf dem schmalen Holzsteg um die kleine Wasserfläche zu überqueren.
Am nächsten Morgen befragten wir einen Guide, ob es hier Hauskatzen gäbe, die in die Wildnis entflohen sind. Er verneinte das und vermutet, wir könnten ein Ozelot gesehen haben! Aber nachts sind bekanntlich alle Katzen grau und Ozelots haben eigentlich keine Streifen...
Wilder Stubentiger oder nachtgrau-camouflage Ozelot?
Am Sonntag besuchten wir den Nationalpark Rincón de la Vieja.
Etliche große und kleine Hindernisse begegneten uns allein schon bis 9 Uhr morgens: früh aufstehen ohne Frühstück, Kriebelmückenbisse, die uns wahnsinnig machen, irgendwas mit dem Auto-Wifi-Internetzugang, irgendwas mit Google Maps, Privatstraße mit Mautgebühr, eine löchrige Privatstraße mit Abgründen so groß wie Wagenräder (wofür haben wir eigentlich gezahlt?), Ankunft 7:30 Uhr, der Park öffnet erst um 8 Uhr?!!, Eintrittskarten müssen zwingend online gekauft werden, die Website ist teils in englisch, teils in spanisch, teils in bürokratisch verfasst, zum Kaufen eines Tickets muss erst auf "Buy", danach auf "reservar" geklickt werden (früher hat man ja erst reserviert und dann gekauft), und dann dringend die Steuerbescheinigung deaktiviert werden und neben den Namen auch die Reisepassnummern eingegeben werden; eine Reisepasskopie war zur Hand, die andere Fotokopie in Koffer vergessen, dann war uns das zu doof und wir tippten irgendeine Nummer ein, für die sich niemand interessierte (wozu dann?!), dann wurden unsere Eintrittskarten von zwei unterschiedlichen Männern kontrolliert, von denen der eine sagte: "Ich bin ja auch hier um beim Ticketkauf zu helfen..." (Ja, warum verkaufst du die Tickets dann nicht direkt?!). Und als wir endlich drin, waren wurden wir von einer wandernden Chatgruppe verfolgt, die auf eine Entfernung von mindestens 500 Metern noch zu hören war. Und die Palavergruppe hatte auch noch das gleiche Ziel wie wir!
Es gelang uns alles zu überwinden, das Ziel zu ändern und nachdem wir Hitze, Moskitos, Dschungel, Büsche, Freiflächen und glühender Sonne getrotzt hatten, war es wie im Film!
Einsamkeit, Ruhe, Dschungel, Felsen, Wasserfall, Bäume, deren Wurzeln im Wasserfall schwebten, klares, blaues, kaltes Wasser, welches unsere heißen Füße angenehm schmeichelte.
Andächtig lauschten wir den Rauschen vom Catarata La Cangreja:
Nach uns kamen immer mehr Menschen... Das frühe Aufstehen hatte sich doch gelohnt, wir hatten den besten Platz und konnten gehen, als es voll wurde.
Auf dem Rückweg trafen wir noch Panama-Kapuzineraffen und Geoffroy-Klammeraffen.
Und gewaltige Bäume und Freiflächen:
Weiterfahrt am Montag
Montag fuhren wir über die Straße 4, dem Nordkorridor, weiter. Was auf den Landkarte dick und leuchtend als die wichtigste Hauptverkehrsachse im Norden gekennzeichnet ist, ist streckenweise Schotterpiste mit Wagenrädern so groß wie Löcher.
In Santa Cecilia und in Upala pausierten wir. Wir waren die einzigen Gringos. Hier war noch sehr wenig international touristisch erschlossen und vieles auch ärmer, aber immer sauber. Neben der offiziellen Flagge Costa Ricas in blau-weiß-rot ist das gelbschimmernde Microfaser-Reinigungstuch die zweite Nationalflagge dieses Landes: Kioske, Restaurants, Busse, Trecker, Toiletten, Tische, Stühle, Fenster... Alles wird regelmäßig gereinigt!
Volcano Lodge
Am Montag Nachmittag erreichten wir die Volcano Lodge am Vulkan Arenal. Die liegt direkt neben der Lodge, die wir schon am 14. Januar besucht hatten. In heißen Vulkanwasserpool ließen wir es uns gut gehen. Hitze und Wasser gibt es in diesem Vulkan-Bergregenwald genug. Auch genug Geothermie für eine Sauna!
Und einen Motmot gab es auch...
Heute am Dienstag geht es weiter zum Baumhaus in die Maquenque Eco Lodge bei Boca Tapada.