Irgendwas ist bekanntlich immer. Als wir im Tayrona Nationalpark ankamen führte unser Wanderführer ellenlange Gespräche mit den Angestellten am Eingang. Worüber, wissen wir nicht genau, es kam uns spanisch vor und klang furchtbar kompliziert. Dann durften wir mit dem Auto noch drei Kilometer in den Park bis zum Parkplatz und der Muli-Station fahren. Denn ab hier waren Autos verboten, die Wege unbefestigt und es ging vier weitere Kilometer zu Fuß weiter; schon wieder zu Fuß! Und die Koffer für 20.000 Pesos auf Mulirücken. Als wir an der Rezeption des "Hotels" (in Wahrheit ein Camping Platz mit Bungalows) ankamen, erfuhren wir, dass es weder Waschmaschine noch WLAN gibt.
Nun planen wir unsere Wäsche in Bogotá zu waschen und unsere Blog Einträge im Block zu bloggen (Stand 26. Dez).
Tayrona ist überraschend idyllisch. Es gibt weder WLAN, Fernsehen oder UKW-Radio. Es gibt ein Satelliten-On-Demand-Smart-TV-Kram-Zeug das irgendwie nicht funktioniert und dann wahrscheinlich nur auf spanisch.
Unser Bungalow ist eine hübsche Doppelhaushälfte mit Palmen-Reet-Dach. Wir haben fünf Betten, zwei Hängematten und eine Veranda. Rund zwei hundert Meter entfernt rauschen die Karibikwellen den Strand auf und ab und wiegen uns in den Schlaf. Nur zwanzig Meter entfernt surren die Zikaden sanft im Wald. Lediglich zwei Meter entfernt verrichten Blattschneideameisen unermüdlich und ununterbrochen ihre tägliche Arbeit.
Es gibt zwei Sorten von Stränden:
Die Badestrände sind überraschend sauber und regelrecht ruhig. Die Kolumbianer planschen. Schwimmen tun nur diejenigen Wenigen, die es in der Schule gelehrt bekamen.
Die Kaimanstrände sind gähnend leer. Menschen und Kaimane halten das Badeverbot ein, da die Strömungen so gefährlich sind. Hier kann man zwanzig Minuten und länger tun und lassen was man will und wird weder von Menschen noch von Kaimanen dabei gestört.
Die leeren Kaimanstrände:
Es gibt bunte Vögel und Rot-Kopf- sowie Schwarz-Kopf-Geier. Die meisten Vögel singen nicht, sondern quieken, krächzen, knacken, gnurren, quietschen, pfeifen, tschilpen oder rülpsen.
Irgendwas ist ja bekanntlich immer. Das fehlende WLAN und die dreckige Dschungel-Wäsche sind nun mal so wie sie sind und anders ist besser. Aber was soll's. Eigentlich ist es zu heiß um sich aufzuregen.
Wir legen die Beine hoch, beobachten mit unseren Feldstechern Kolibris, Eidechsen, Geier und Kaimane und gehen gelegentlich zum Strand und genießen die aufgezwungene Isolation.
Verfasst an den Weihnachtsfeiertagen.
Online:
Bogotá, 28. Dezember 2018, ca. 16 Uhr

















