Montag, 31. Dezember 2018

Indigenas de Tayrona

Die Tayrona-Indigenas, stolze Menschen mit langem, schwarzem Haar und weißer Kleidung, erbauten einst Teyuna, die Verlorene Stadt, politisches und kulturelles Zentrum einer Kultur, die vor fast 1000 Jahren die Sierra Nevada de Santa Marta vom höchsten Gipfel Kolumbiens bis zur Küste beherrschte. Weniger von den Waffen der Spanier als von eingeschleppten Krankheiten dezimiert, gaben sie zwar ihre Stadt, nicht aber ihre Kultur auf.

Die Hütten sind rund wie die Sonne, die beiden Spitzen auf dem Dach erinnern an die beiden höchsten Gipfel der Sierra Nevada de Santa Marta.


Zwei Pflanzen stehen im Mittelpunkt: Erstens  die Agave, sie liefert Fasern.


Die Mädchen lernen zur Einführung in die Gemeinschaft, die Fasern zu färben und zu verarbeiten. Hier demonstriert von Alejandro:


Daraus stellen sie Beutel her, die unter anderem dem Sammeln der zweiten wichtigen Pflanze dient: Coca.


In ihrer Initiation bekommen die jungen Männer eine Kalebasse mit einem Stab, den poporo. Er enthält gebrannten Muschelkalk. Die Männer stopfen sich eine Handvoll getrockneter Coca-blätter in den Mund, kauen und vermischen sie mit dem Stab mit dem Kalk, dann stopfen sie sich die Masse in die Wange. Den Stab wischen sie dabei immer wieder am Hals der Kalebasse ab. So entsteht ein ringförmiger Stein aus Kalk, Coca und Spucke; der poporo wächst.


Trotz des Coca-Konsums strahlen die Indigenas eine stoische Gelassenheit und Ruhe aus. Das Coca dient der Steigerung der Leistung bei tropischer Hitze. Frauen brauchen diese Art Stärkung übrigens nicht. Da sie wie die Mutter Erde Leben geben können, gelten sie als das stärkere Geschlecht.

Die Tayronas waren geschickte Goldschmiede. Gold repräsentierte die Sonne, es diente zur Herstellung von rituellen Gegenständen und Schmuck. Der Wert war eher ein spiritueller als ein kommerzieller. Daher wurde es als Opfer oder als Grabbeigabe nach dem Tod des Besitzers der Erde zurückgegeben. So wurde das Gleichgewicht zwischen Himmel (Sonne), Mensch und Erde wieder hergestellt. Daher erlauben die Indigenas auch nicht, dass weitere Goldgegenstände aus Teyuna ausgegraben werden, zu viel ist schon geraubt worden. Einiges davon kann man im Goldmuseum von Bogotá bewundern.





Bogotá, 30. Dezember, ca. 18:15 Uhr