Ist in jedem Cafe zu bekommen und auch als Beuteltee zu kaufen: Coca-Tee.
Er hilft tatsächlich gegen die dünne Luft in Bogotá. Wir waren tags wacher und konzentrierter, der Druck im Kopf war weg. Nachts schliefen wir fest.
Anbau und Besitz von Coca ist in Kolumbien, Bolivien und Peru erlaubt, nicht aber die Ausfuhr. Also, macht euch keine falschen Hoffnungen!
Man bekommt davon auch keinen Rausch oder Flash. Und Kokain ist auch hier illegal.
Merke:
"Coca no es Kokain! "
(Coca ist kein Kokain! Evo Morales, Präsident Boliviens vor der UN)
Unsere Urlaube: Costa Rica, Aruba, Curaçao, Bonaire, Sint Maarten, Saint-Martin, Guadeloupe, Martinique, Portugal, Karlovy Vary, Wien, Niedersachsen, Andalusien, Hessen, Kanarien, Spreewald, Südtirol, Toskana, Brandenburg, Kolumbien, Ecuador, Peru
Montag, 31. Dezember 2018
Bogotá - Iglesia del Carmen - Goldmuseum - Nachtleben
Bogotá ist so anders:
7,1 Millionen Einwohner auf 2600 Höhenmetern. Es gibt weder Frühling, Sommer, Herbst noch Winter, sondern immer nur einen goldenen Oktobermorgen, einen grauen Novemberabend und eine frische, sehr frische Bergnacht in der Regelmäßigkeit der äquatorialen Tag-Nacht-Gleiche von ziemlich exakt zwölf Stunden. Natürlich gibt es keine Heizungen; die Stadt wurde schließlich von Spaniern gegründet und von deren Nachfahren, den Hispanics und Kreolen weiter gebaut. Morgens scheint die Sonne und brennt und sticht in die Augen und auf der Haut. Im Laufe des Nachmittags ergießen sich die Wolken aus dem umliegenden 3000 Meter hohen Bergen in die Hochebene und liegen wie eine grau-weiße Decke direkt auf den Dächern der Stadt. Die Deckenhöhe schrumpft zusammen bis man glaubt mit den Händen die Wolken greifen zu können.
Der Präsidentenpalast und die umliegenden Regierungsgebäude werden von Polizei und Militär abgesperrt und bewacht. Auf dem Plaza de Bolívar tummeln sich Touristen, Tauben und Verkäufer. Die anliegenden Straßen dürfen erst nach Taschenkontrolle betreten werden.
Die größte Einkaufsstraße, die Avenida Carrera Septima, die siebte Straße, sieht aus wie der gescheiterte Versuch in Berlin Neukölln in der Sonnenallee oder Hermannstraße eine Fußgängerzone einzurichten und durch Betonbürogebäude aufzuwerten: Autos sind zwar erfolgreich ausgesperrt, aber das Pflaster ist teilweise aufgerissen, die Altbausubstanz heruntergekommen und die 70er/80er Jahre Neubauten sehen aus, als ob sie bereits mit Fertigstellung heruntergekommen sind.
Kleine Tiendas verkaufen irgendwie alles, was man hier zum Leben braucht. Doch die Kaufkraft der Einheimischen ist gering und entsprechend hat sich das Angebot an die geringe Kaufkraft angepasst. Kleinkünstler präsentieren auf Decken selbstgebastelte Gegenstände aus kostengünstigen Materialien, deren ästhetische Ansehnlichkeit sich am besten mit der Frage umschreiben lässt: "Ist das Kunst, oder kann das weg?" Fast eine ganze Hundertschaft von Polizisten läuft in bedrohlich wirkenden Fünfergruppen die Bereiche auf und rundum der Septima ab. Obdachlose, die auf der Septima schlafen und oder in den Nebenstraßen ihre Notdurft verrichteten, werden aufgescheucht und kontrolliert. Taschenkontrollen werden durchgeführt. Kleinkünstler und Straßenmusiker geprüft. Die Hauswände in der Innenstadt sind übersät mit guter professioneller Straßenkunst und Graffiti.
Darunter mischen sich aber auch viele wilde Graffitis deren Verfasser Ärger, Wut und Unzufriedenheit ausdrücken. An einem Regierungsgebäude sind Schilder und die Beschriftungen beschädigt. Farbbeutelwürfe sind erkennbar. Die Graffitis rufen zu Widerstand auf.
Mit den vielen öffentlichen, autonomen und privaten Universitäten, den vielen Theatern und Bibliotheken gibt es hier auch viel junges und studentisches Volk mit den entsprechenden Potential zum kritischen Denken. In Cartagena ist es viel zu heiß um sich aufzuregen und zu Widerstand aufzurufen. Viele Vorfahren der Cartagena Bevölkerung waren Sklaven im spanischen kolonialreich und über Jahrhunderte vom Zugang zur Bildung ausgeschlossen. In Bogota scheinen vor allem Spanier, Hispanics und Kreolen zu leben. Es gibt einen europäischen Bildungs- und Kulturhintergrund. In Bogota hörten wir zum allerersten Mal auf südamerikanischen Straße mal keinen karibischen Rumba sondern Hardrock-, Heavy Metal-, und Punk-Musik.
Bogotá ist kein UNESCO-Weltkulturerbe, sondern eine moderne Stadt mit Problemen der dritten Welt.
Ein Architektur-Highlight, welches leider nicht in den Reiseführern steht, ist die Kirche Iglesia del Carmen: Der Bau begann 1926 und wurde in einem spannenden Mix aus roten und weißen Steinen im neugotischen Stil mit modernen Verzierungen durchgeführt. Schaut selbst:
Und unsere Dachterrasse bot uns auch einige entspannte Stunden zum Entspannen.
Und hellauf begeistert waren wir natürlich, als wir im Goldmuseum die Goldschätze aus Teyuna, der Ciudad Pérdida, vom Volk der Tayrona besichtigen durften:
Nachts erklingt auf der Septima die Musik der Panflötenspieler. Ein kleiner Generator erzeugt Strom für einen PC, einen Monitor und eine VR-Brille: junge Leute sitzen auf einem Stuhl, sehen in der VR-Brille eine Achterbahnfahrt, das Publikum sieht die Achterbahnfahrt auf den Monitor und der Inhaber dieser digitalen Geschäftsidee schleudert mit Offline-Muskelkraft den Stuhl hin und her und die Achterbahnfahrer kreischen.
Im Künstler Viertel La Calendaria geht es weiter mit nächtlicher Unterhaltung:
Tänzer tanzen, Akrobaten springen, öffentliche Stand Up Comedy und arty Restaurants.
Im Restaurant Merlin dreht sich alles um Pilze (Zauberpilze?!). Die Umschläge der Speisekarten sind handgemacht, der Saft wird in großen Zaubertrankphiolen (Aufschrift Charisma), Bier in Pokalen serviert und sogar auf den Tisch befinden sich Merlin Gravuren.
Und zu guter letzt: Kolumbianer scheißen auf süße Kaninchen.
Bogotá, 31. Dezember 2018, ca. 9:30 Uhr
7,1 Millionen Einwohner auf 2600 Höhenmetern. Es gibt weder Frühling, Sommer, Herbst noch Winter, sondern immer nur einen goldenen Oktobermorgen, einen grauen Novemberabend und eine frische, sehr frische Bergnacht in der Regelmäßigkeit der äquatorialen Tag-Nacht-Gleiche von ziemlich exakt zwölf Stunden. Natürlich gibt es keine Heizungen; die Stadt wurde schließlich von Spaniern gegründet und von deren Nachfahren, den Hispanics und Kreolen weiter gebaut. Morgens scheint die Sonne und brennt und sticht in die Augen und auf der Haut. Im Laufe des Nachmittags ergießen sich die Wolken aus dem umliegenden 3000 Meter hohen Bergen in die Hochebene und liegen wie eine grau-weiße Decke direkt auf den Dächern der Stadt. Die Deckenhöhe schrumpft zusammen bis man glaubt mit den Händen die Wolken greifen zu können.
Kleine Tiendas verkaufen irgendwie alles, was man hier zum Leben braucht. Doch die Kaufkraft der Einheimischen ist gering und entsprechend hat sich das Angebot an die geringe Kaufkraft angepasst. Kleinkünstler präsentieren auf Decken selbstgebastelte Gegenstände aus kostengünstigen Materialien, deren ästhetische Ansehnlichkeit sich am besten mit der Frage umschreiben lässt: "Ist das Kunst, oder kann das weg?" Fast eine ganze Hundertschaft von Polizisten läuft in bedrohlich wirkenden Fünfergruppen die Bereiche auf und rundum der Septima ab. Obdachlose, die auf der Septima schlafen und oder in den Nebenstraßen ihre Notdurft verrichteten, werden aufgescheucht und kontrolliert. Taschenkontrollen werden durchgeführt. Kleinkünstler und Straßenmusiker geprüft. Die Hauswände in der Innenstadt sind übersät mit guter professioneller Straßenkunst und Graffiti.
"La revolución será feminista o no será - Die Revolution ist entweder feministisch oder gar nicht"
"No a la violencia contra la mujer y las niñas - Nein zur Gewalt gegen Frauen und Mädchen"
"Polite pudrase Gonorrea - Politik(er) ist/sind/haben verfaulte Gonorrhö"
"Cuál justicia? - Welche/Wessen Justiz/Gerechtigkeit?"
"Pienso luego estorbo - Ich denke, also störe ich."
Mit den vielen öffentlichen, autonomen und privaten Universitäten, den vielen Theatern und Bibliotheken gibt es hier auch viel junges und studentisches Volk mit den entsprechenden Potential zum kritischen Denken. In Cartagena ist es viel zu heiß um sich aufzuregen und zu Widerstand aufzurufen. Viele Vorfahren der Cartagena Bevölkerung waren Sklaven im spanischen kolonialreich und über Jahrhunderte vom Zugang zur Bildung ausgeschlossen. In Bogota scheinen vor allem Spanier, Hispanics und Kreolen zu leben. Es gibt einen europäischen Bildungs- und Kulturhintergrund. In Bogota hörten wir zum allerersten Mal auf südamerikanischen Straße mal keinen karibischen Rumba sondern Hardrock-, Heavy Metal-, und Punk-Musik.
Bogotá ist kein UNESCO-Weltkulturerbe, sondern eine moderne Stadt mit Problemen der dritten Welt.
Ein Architektur-Highlight, welches leider nicht in den Reiseführern steht, ist die Kirche Iglesia del Carmen: Der Bau begann 1926 und wurde in einem spannenden Mix aus roten und weißen Steinen im neugotischen Stil mit modernen Verzierungen durchgeführt. Schaut selbst:
Und unsere Dachterrasse bot uns auch einige entspannte Stunden zum Entspannen.
Und hellauf begeistert waren wir natürlich, als wir im Goldmuseum die Goldschätze aus Teyuna, der Ciudad Pérdida, vom Volk der Tayrona besichtigen durften:
Im Künstler Viertel La Calendaria geht es weiter mit nächtlicher Unterhaltung:
Tänzer tanzen, Akrobaten springen, öffentliche Stand Up Comedy und arty Restaurants.
Im Restaurant Merlin dreht sich alles um Pilze (Zauberpilze?!). Die Umschläge der Speisekarten sind handgemacht, der Saft wird in großen Zaubertrankphiolen (Aufschrift Charisma), Bier in Pokalen serviert und sogar auf den Tisch befinden sich Merlin Gravuren.
Und zu guter letzt: Kolumbianer scheißen auf süße Kaninchen.
Bogotá, 31. Dezember 2018, ca. 9:30 Uhr
Spanisch ist ein Muss
Man kann es hier mit Englisch versuchen, mit Spanisch es aber einfacher.
Beim Lernen mit Duolingo gibt's so einige freiwillige und unfreiwillige lustige Sätze:
Bogotá, 30. Dezember 2018, ca. 22:15 Uhr
Beim Lernen mit Duolingo gibt's so einige freiwillige und unfreiwillige lustige Sätze:
Indigenas de Tayrona
Die Tayrona-Indigenas, stolze Menschen mit langem, schwarzem Haar und weißer Kleidung, erbauten einst Teyuna, die Verlorene Stadt, politisches und kulturelles Zentrum einer Kultur, die vor fast 1000 Jahren die Sierra Nevada de Santa Marta vom höchsten Gipfel Kolumbiens bis zur Küste beherrschte. Weniger von den Waffen der Spanier als von eingeschleppten Krankheiten dezimiert, gaben sie zwar ihre Stadt, nicht aber ihre Kultur auf.
Die Hütten sind rund wie die Sonne, die beiden Spitzen auf dem Dach erinnern an die beiden höchsten Gipfel der Sierra Nevada de Santa Marta.
Zwei Pflanzen stehen im Mittelpunkt: Erstens die Agave, sie liefert Fasern.
Die Mädchen lernen zur Einführung in die Gemeinschaft, die Fasern zu färben und zu verarbeiten. Hier demonstriert von Alejandro:
Daraus stellen sie Beutel her, die unter anderem dem Sammeln der zweiten wichtigen Pflanze dient: Coca.
In ihrer Initiation bekommen die jungen Männer eine Kalebasse mit einem Stab, den poporo. Er enthält gebrannten Muschelkalk. Die Männer stopfen sich eine Handvoll getrockneter Coca-blätter in den Mund, kauen und vermischen sie mit dem Stab mit dem Kalk, dann stopfen sie sich die Masse in die Wange. Den Stab wischen sie dabei immer wieder am Hals der Kalebasse ab. So entsteht ein ringförmiger Stein aus Kalk, Coca und Spucke; der poporo wächst.
Die Tayronas waren geschickte Goldschmiede. Gold repräsentierte die Sonne, es diente zur Herstellung von rituellen Gegenständen und Schmuck. Der Wert war eher ein spiritueller als ein kommerzieller. Daher wurde es als Opfer oder als Grabbeigabe nach dem Tod des Besitzers der Erde zurückgegeben. So wurde das Gleichgewicht zwischen Himmel (Sonne), Mensch und Erde wieder hergestellt. Daher erlauben die Indigenas auch nicht, dass weitere Goldgegenstände aus Teyuna ausgegraben werden, zu viel ist schon geraubt worden. Einiges davon kann man im Goldmuseum von Bogotá bewundern.
Bogotá, 30. Dezember, ca. 18:15 Uhr
Die Hütten sind rund wie die Sonne, die beiden Spitzen auf dem Dach erinnern an die beiden höchsten Gipfel der Sierra Nevada de Santa Marta.
Zwei Pflanzen stehen im Mittelpunkt: Erstens die Agave, sie liefert Fasern.
Die Mädchen lernen zur Einführung in die Gemeinschaft, die Fasern zu färben und zu verarbeiten. Hier demonstriert von Alejandro:
Daraus stellen sie Beutel her, die unter anderem dem Sammeln der zweiten wichtigen Pflanze dient: Coca.
In ihrer Initiation bekommen die jungen Männer eine Kalebasse mit einem Stab, den poporo. Er enthält gebrannten Muschelkalk. Die Männer stopfen sich eine Handvoll getrockneter Coca-blätter in den Mund, kauen und vermischen sie mit dem Stab mit dem Kalk, dann stopfen sie sich die Masse in die Wange. Den Stab wischen sie dabei immer wieder am Hals der Kalebasse ab. So entsteht ein ringförmiger Stein aus Kalk, Coca und Spucke; der poporo wächst.
Trotz des Coca-Konsums strahlen die Indigenas eine stoische Gelassenheit und Ruhe aus. Das Coca dient der Steigerung der Leistung bei tropischer Hitze. Frauen brauchen diese Art Stärkung übrigens nicht. Da sie wie die Mutter Erde Leben geben können, gelten sie als das stärkere Geschlecht.
Die Tayronas waren geschickte Goldschmiede. Gold repräsentierte die Sonne, es diente zur Herstellung von rituellen Gegenständen und Schmuck. Der Wert war eher ein spiritueller als ein kommerzieller. Daher wurde es als Opfer oder als Grabbeigabe nach dem Tod des Besitzers der Erde zurückgegeben. So wurde das Gleichgewicht zwischen Himmel (Sonne), Mensch und Erde wieder hergestellt. Daher erlauben die Indigenas auch nicht, dass weitere Goldgegenstände aus Teyuna ausgegraben werden, zu viel ist schon geraubt worden. Einiges davon kann man im Goldmuseum von Bogotá bewundern.
Bogotá, 30. Dezember, ca. 18:15 Uhr
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