Montag, 30. August 2021

Wirtschaft, Tourismus und Nahrungssuche


Einige Anekdoten und Erfahrungen:


Überall gibt es Leerstände.


Wer sich fragt: "Warum renoviert das niemand?" Sollte sich auch fragen: "Wer will hier wohnen?"


Mit der Wiedervereinigung folgte die Dein-

dustrialisierung die für viele Arbeitnehmer*innen erst Kurzarbeit und dann die Kündigung bein-

haltete. Leere Industriegebäude zeugen immer noch von diesen radikalen Umwälzungen der 1990er Jahre.


In den Dörfern sind die Gaststätten und Dorfkrüge meistens coronabedingt dicht oder permanent geschlossen oder abgebrannt.


Bei nicht abgebrannten Gaststätten lohnt es sich die Tür zu öffnen. Total dunkle und verfinsterte Gaststätten haben gelegentlich geöffnet. 


Auf die Frage: "Warum machen Sie draußen das Licht nicht an, damit man sieht, dass Sie geöffnet haben?"

Wird geantwortet: "Meine Nachbarn wissen doch, wann ich offen hab."


Ab 18 Uhr sind alle Tische reserviert und um 20 Uhr, spätestens 21 Uhr, schließt die Küche.


Hochdeutsch sprechendes Personal kommt aus Polen.


Imbissbuden bieten gerne Döner, Currywurst und asiatische Gerichte gleichzeitig an.


Nicht überall hängt die AfD fragwürdige Plakate auf, in vielen Orten wird dies zusätzlich von der coronaleugnenden Partei "dieBasis" flankiert.


In Angermünde gibt es nicht nur Regenbogenflaggen, sondern auch Flaggen der pansexuellen Bewegung.


In Neuruppin tragen auch junge einheimische Männer Nagellack.


Weiße mit Dreadlocks setzen hier eindeutig sichtbare Signale für kulturelle Vielfalt und für Antirassismus.


Kulturelle Aneignung ist hier eine Spinnerei, von der hier noch nie jemand gehört hat.


Viele Restaurants, Hotels und Gaststätten haben Personalmangel.


Viele Restaurants, Hotels und Gaststätten sind am Wochenende ausgebucht.



Neuruppin

Bei Sonnenschein ist Neuruppin sicherlich schöner.

Bei einem sehr kurzen Spaziergang im Regen durch die Innenstadt und an der Seepromenade kam ich nur dazu ein Foto zu schießen. Die Seepromenade wird geschmückt von einem Kunstwerk von äußerst fragwürdiger Ästhetik:




Die Tourist Information teilt über dieses Ding mit:

"Die 17 Meter hohe Stahlskulptur hat der Künstler Matthias Zágon Hohl-Stein geschaffen. "Parzival am See" steht für ein neues Neuruppin ohne Garnison. Er gilt als Zeichen des Aufbruchs. Mit dem Windrad in der einen und der Arche in der anderen Hand wurde er 1998 an der Seepromenade anlässlich der Verleihung des Namens "Fontanestadt" enthüllt."

Wo genau die Schnittpunkte zwischen mittelalterlichen Prügeltypen im Metallrüstungen, deutschen Dichtern, sowjetischen Garnisonen und biblischen Booten liegen, kann bestimmt irgendwer total einleuchtend erläutern.


In meinem Hotel bin ich auf weitere fragwürdige Gestaltungselemente gestoßen.


Ich weiß gar nicht, ob ich das "bla" für das Herren-WC und "blablabla[...]blablabla" für das Damen-WC noch kommentieren muss...


Bei all dem Regen ist es mir gelungen, den Fernseher mit dem Hotel WLAN zu verbinden und Netflix zu starten.



Sonntag, 29. August 2021

Schloss Kampehl

Nach einem sonnigen, regenreichen, trockenen, kühlen und heißen Samstag mit fast schon verzweifelter Nahrungssuche bin ich im Bermuda Dreieck Neustadt/Dosse- Wusterhausen/Dosse-Kampehl doch noch in einer Unterkunft angekommen und habe dort von Samstag auf Sonntag übernachtet.

Schloss Kampehl





Also eigentlich ist der Hotelbetrieb mit Bar, Rezeption, Sauna und allem drum und dran eingestellt, weil die Haupteinnahmequelle das Hotel in Wusterhausen ist. Aber ein Bett ohne Frühstück wird dann doch noch vermietet.

Es gab dann noch offene Türen zum Kaminzimmer...


Mein Fenster


Mein Kamin 😀

Die Tür zu meinem Badezimmer

Mein Gerümpel 😀

Das Kaminzimmer



Der Kamin vom Kaminzimmer

Das Klavierzimmer

Die andere Seite des Klavierzimmers

Der Saal







Samstag, 28. August 2021

Pack Essen ein...

In Rübehorst erinnert ein Schild an die alten Gaststätten. Das Schild ist auch nicht mehr das jüngste.



Havelberg

Am Horizont, jenseits der Elbe-Schwingungen und -Rundungen liegt die Hansestadt Havelberg



Die Hansestadt Havelberg hat mich schon von weitem begrüßt. Doch die freie Sicht über die Elbe bedeutete nur, dass ich noch etliche Kurven und Schwingungen und Rundungen des Flusses umfahren musste, um nach Havelberg zu gelangen.

Endlich war ich da:


Über eine moderne Brücke glitt ich hinein in die Altstadtinsel. Die Altstadt ist sehr klein und entzückend. Fachwerkhäuser und Steinhäuser schmiegen sich in den engen Kopfsteinpflaster-Straßen aneinander und erzeugen eine gemütliche Stimmung.




Das Rathaus


St. Laurentius

Auch hier zeigt sich Leerstand

Die Havel

Die Havel


Mein Hotel war ein Glückstreffer:

Kunst, Genuss, gutes Essen, Park, Teich, Block auf die Havel, Balkon und Sonnenuntergang.


Das ganze Arthotel am Kiebitzberg ist eine Galerie, in allen Fluren, Räumen, Ecken und in der Außenanlage steht geschmackvolle Kunst:





Mein Frühstück konnte ich auf einem gemütlichen Sofa einnehmen mit einem unkonventionell schwarzen Kronleuchter über mir: