Mittwoch, 25. August 2021

Die Prignitz


Während Barnim, Uckermark und Oberhavel alles in allem touristisch gut erschlossen sind und von Radwandernden durchfahren werden, ist die Prignitz vor allem eines: weit.

Weite Felder, weite Wiesen, Mais, Mais und Mais weit und breit. Gelegentlich noch Kartoffeln und Weizen. Auf den Wiesen stehen keine Kühe. Schweine sind auch nicht zu sehen. Hühner nur selten. Generell sind wenig Kühe zu sehen, dafür regelmäßig Schilder, die Kühe auf Wiesen zeigen und daraufhin weisen, dass sich die Kühe hinter den Mauern des jeweiligen Gebäudes befinden. Offensichtlich bekommen die Kühe (und Schweine?) zu schnell Sonnenbrand und müssen deswegen in schattigen Gebäuden festgehalten werden. Das Futter, wie zum Beispiel Mais und Wiesenheu, werden von den Feldern zu den Tieren gebracht. 

Zu ihren eigenen Schutz, werden die Kühe in Deutschland eingesperrt und stattdessen hübsche Bilder mit Kühen auf die Wand gemalt.


Erst hier bemerke ich, wie viele Naturschutzgebiete, Biosphärenreservate und Landschaftsschutzgebiete sich im Nord-Osten Brandenburgs tummelten. Die DDR und die LPG haben in der Prignitz mit der Flurbereinigung großflächige Agrarwirtschaft ermöglicht. Die Prignitz ist vor allem landwirtschaftlich erschlossen. Diese Landschaft wird agrarkapitalistisch ausgebeutet.

Links sehen Sie Mais.

Da hinten sehen Sie Mais

Hier wird Mais angebaut


Die Prignitz ist nicht wirklich schön, die Prignitz ist weit, beeindruckend weit. Es lohnt sich diese Weite zu erleben. Diese Weite hat selbstverständlich ihren ganz eigenen Wert. Es ist eine Kulturlandschaft die diejenigen ernährt, die im Discounter konventionelle Lebensmittel zu Cent-Preisen kaufen. Auffällig ist jedoch, wie wenig Tiere in dieser Agrarwirtschaft leben: eine handvoll Fliegen, Rauchschwalben und Krähen. Der Rest fehlt. In den hektarweiten Maisfeldern ist auch alles totgespritzt. Jede Blume tot. Jede Biene tot. Jeder Schmetterling tot. Jeder Vogel verhungert.


Die weite Sicht ist wirklich beeindruckend und berührend. Doch sie hat ihren Preis. Und während sich die einen über billige Lebensmittel freuen, wissen die konventionellen Landwirte nicht, wie sie ihre Rechnungen bezahlen sollen.

Neue Verdienstmöglichkeiten werden gesucht. Hier wird aus Mist Strom:




Doch es gibt Bauern die Neues ausprobieren. Was auch immer hieraus gemacht wird, es ist in dieser Gegend ein Alleinstellungsmerkmal:





Die Größenordnung dieses Feldes lässt übrigens nur den Schluss zu, dass es sich um legalen Anbau zwischen Mankmuß und Boberow handelt.


Trotz allem, die Weite war beeindruckend.

Was wächst hier? Richtig: Mais








Hier sehen Sie Kühe




Mais




Kraniche (bitte Fernglas benutzen)