Freitag, 19. Juni 2026

Dijon

Dijon ist berühmt für Senf, Essen, Wein - hat aber auch eine Reihe mutiger, kluger und innovativer Bürgermeister (und neuerdings auch mal -innen) vorzuweisen. 

Der berühmteste ist wohl Père Kir, der nicht nur einen Aperitiv erfunden hat (und damit den ansässigen Likörherstellern und Lieferanten ein sicheres Einkommen bescherte - Wirtschaftsförderung à la  française). Er begründete auch die erste deutsch-französische Städtepartnerschaft nach dem Krieg, obwohl oder weil er während der Besatzung inhaftiert war.

Einer seiner Nachfolger setzte ab 2000 durch, dass die Altstadt weitgehend autofrei und von bekannten Städtebauern saniert wurde. Dazu kamen moderne Trams und schon in den 80ern kleine Elektrobusse. Heute ist der Stadtkern belebt von Geschäften und Gastronomie und beliebt bei Einheimischen wie Touristen. 

Damit diese nichts verpassen, ist ein Rundweg an allen Sehenswürdigkeiten vorbei im Pflaster mit kleinen Käuzchen, dem inoffiziellen Wahrzeichen der Stadt, versehen. 

Man beginnt am Place D'Arcy mit seiner Konzerthalle und dem Stadttor oder Triumphbogen.


Kurz dahinter gibt es an einem Platz eine Ansammlung teils skurriler Architektur, angefangen beim Stilmix des Postpalastes, über Belle Epoque- Exzess zu beruhigend-schlichtem Art deco. 



Danach beruhigt sich das Stadtbild zu Sandstein- und Fachwerkarchitektur. Immer wieder tun sich hübsche Plätzchen mit Straßencafés auf. Und dazwischen schöne Stadtpalais'.

Die Eltern können in Ruhe trinken, während die Kinder Karussell fahren. 









Ein bisschen skurril  wirkt auch die Front der Stadtkirche Notre-Dame. Unvollendete Seitentürme, Wasserspeier, an denen der Zahn der Zeit genagt hat, und ein Glockenturm, auf dem Papa Jaquemart seit fast 650 Jahren die Zeit anschlägt.


Drinnen dann erfreut die perfekte Harmonie der Hochgotik auch des Nichtgläubigen Herz.




Der Baumeister der Kirche setzte seiner geliebten Frau mit einem Käuzchen (chouette) ein Denkmal. Und es bringt Glück, es mit der linken Hand zu streicheln. Vor lauter Glücksbringerei ist es schon ein wenig abgerubbelt...

Dahinter gibt es ein mittelalterliches charmantes Viertel, das gern mal als Filmkulisse dient. Wer Ruhe sucht, findet ihn im Garten des Hotel de Vogüe, einem alten Stadtpalais, in dem heute Kunstaustellungen und die Stadtverwaltung zu finden sind.







Fallot - die machen leckeren Estragonsenf!

Eine andere Oase ist der Place de Duc hinter dem Herzogspalast mit Bänken im Grünen, Springbrunnen und Blick auf den Tour Philippe le Bon. Bei 30°C ein guter Ort für ein Päuschen.

Der schöne Platz vor dem Herzogspalast war übrigens mal der Busbahnhof! Im Palast sind Verwaltung und das Musée des Beaux Arts untergebracht.

Die Rue Vauban
mit ihren Stadtpalästen
führt direkt
auf den Place de la Libération. Im Hintergrund der Herzogspalast. 

Im 19. Jahrhundert brauchte man unbedingt eine Kathedrale, die ein wenig kulissenhaft wirkt. Man hat auch an Wasserspeier gedacht!