Mittwoch, 9. Januar 2019

Hacienda La Cienega, Alexander von Humboldt

Bevor Alexander von Humboldt den Berg Cotopaxi bestieg, übernachtete und arbeitete er in der Hacienda La Cienega. Die Suite im Turm des Hauptgebäudes im zweiten Stock, mit der Nummer 8, kann hier besichtigt und sogar gemietet werden. Bei der Buchung haben wir offensichtlich irgendwie gepennt, den wir haben "nur" das Doppelzimmer Nummer 11.



Lasso ist der Ort und die Abfahrt an der Panamericana bei der Hacienda La Cienega. Lasso ist geprägt von Autowerkstätten, Düngemittel-Händlern und Tierärzten, die alles machen, auch Inseminationen. Nach dem Durchqueren sämtlicher Schlaglöcher im Ort erreicht man die Einfahrt zur Hacienda La Cienega und reist sogleich in die Vergangenheit:






Die Hacienda scheint seit mindestens zwei hundert Jahren unberührt, Grundsteinlegung war im 16. Jahrhundert. Sogar das elektrische Licht erscheint alt. Sämtliche Mauern und Dachziegel genießen die Patina und den Moosbewuchs des Alters. Auch sämtliche Möbel sind bereits hunderte Jahre alt. Die Schreibmaschine höchstwahrscheinlich ebenfalls. Es gibt so viele frei zugängliche Salons, Neben-, und Studierzimmer mit so vielen Sofas, dass man stündlich den Sitzplatz wechseln kann, und immer noch mehrere Tage bräuchte, um auf jedem Polstermöbel zu sitzen.



Unser Zimmer hat einen eigenen Kamin. Nachmittags kommt eine Magd vorbei und entzündet das Feuer im Kamin. Überall gibt es Fotos, Gemälde und Stickereien.




Eine Kapelle ist selbstverständlich ebenfalls Teil der Hacienda La Cienega. Der Garten im Innenhof ist komplett umrundet von der Hacienda. Man kann jederzeit jedes Zimmer trockenen Fußes erreichen und dabei in den Garten blicken. Kolibris und Tauben zwitschern und flattern durch den Garten. Die schwarzen Kellner in roten Westen bringen den Kaffee zu den gepolsterten Parkbänken im Garten.


Es ist so kolonial, dass einem hier schon mulmig wird.

Hacienda La Cienega, 8. Januar 2019, ca.  18 Uhr